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Aktuell Welt

Al-Kaida-Fraktion bekennt sich zum Sturm auf die Gefängnisse

Die spektakulären Überfälle auf zwei Gefängnisse im Irak gehen auf das Konto der Al Kaida. In der Nacht zum Montag waren mehr als 500 Häftlinge befreit worden, darunter hochrangige Kader des Terrornetzwerks.

Der irakische Ableger des Terrornetzes Al Kaida hat sich zu den brutalen Großangriffen auf zwei Gefängnisse im Irak bekannt. Bei der Erstürmung der Haftanstalten in Abu Ghraib (Archivbild) und Tadschi bei Bagdad waren in der Nacht zum Montag dem Vernehmen nach einige hundert Gefangene entkommen, darunter mehrere zum Tode verurteilte Terroristen. Viele Wachleute und auch Zivilisten wurden von den Extremisten ermordet.

Der Abgeordnete Hakim al-Samili berichtete von stundenlangen Gefechten. Mindestens 20 Sicherheitskräfte und 21 Häftlinge seien getötet worden. Nach seiner Darstellung war in Abu Ghraib "rund 500 Häftlingen" die Flucht gelungen, in Tadschi habe hingegen kein Insasse entkommen können.

Terror-Krieg

Nach monatelangen Vorbereitungen hätten die Muhadschedin-Brigaden zwei der größten Gefängnisse des Landes angegriffen, hieß es in einer Mitteilung der Organisation "Islamischer Staat des Irak und der Levantine", die am Dienstag auf einer Dschihadisten-Webseite veröffentlicht wurde.

Der irakische Al-Kaida-Ableger nutzt die sunnitischen Siedlungsgebiete im Westen und Norden des Iraks als Operationsbasis. Er führt einen blutigen Krieg des Terrors gegen die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad. Immer wieder werden schiitische Heiligtümer oder Marktplätze in schiitischen Städten mit Autobomben und Selbstmordattentätern angegriffen.

Zu Jahresbeginn hatte die Gruppierung "Der Islamische Staat des Irak" seine Verschmelzung mit Al-Kaida-nahen Gruppen im benachbarten Syrien bekanntgegeben. Die Organisation nennt sich seitdem "Islamischer Staat des Irak und der Levantine".

Das Gefängnis von Abu Ghraib hatte wegen der Misshandlung von Häftlingen durch US-Militärs weltweit für Furore gesorgt. Der Folterskandal wurde 2004 durch die Veröffentlichung von Fotos publik. Elf US-Soldaten wurden später zu Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt.

SC/cd (dpa, afpe)