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Welt

Al Kaida bestätigt Tod von Osama bin Laden

Das Terrornetzwerk Al Kaida hat den Tod seines Gründers und Chefs Osama bin Laden bestätigt. Bis zuletzt hatte er nach Medienberichten Anschläge geplant – unter anderem auf den Eisenbahnverkehr in den USA.

Al Kaida erwog Anschlag auf US-Zugverkehr, hier der Bahnhif von Trenton (Foto: AP)

Al Kaida erwog Anschlag auf US-Zugverkehr

Das Terrornetzwerk bestätigte den Tod Bin Ladens in einer Stellungnahme im Internet. Die Mitteilung wurde am Freitag (06.05.2011) auf mehreren Extremistenwebseiten veröffentlicht, wie unter anderem das auf die Überwachung islamistischer Webseiten spezialisierte US-Unternehmen SITE bekanntgab. Die Terror-Organisation habe dort auch weitere Anschläge auf Amerikaner sowie deren Verbündete angekündigt.

Bin Ladens Pläne

Das Terrornetzwerk hatte offenbar unter anderem einen Anschlag auf den Eisenbahnverkehr in Amerika geplant. Dies ergibt sich nach Medienberichten aus den im Versteck Osama bin Ladens gefundenen Unterlagen. Wie US-Fernsehsender und -Zeitungen am Freitag unter Berufung auf Regierungsvertreter in Washington meldeten, erwog die Terrorgruppe, zum 10. Jahrestag der Attentate des 11. September 2001 Anschläge auf Züge zu verüben. Als eine Option habe Al Kaida überlegt, einen Zug durch Manipulationen an den Schienen auf einer Brücke zum Entgleisen zu bringen. Entsprechende Dokumente seien im Versteck Osama bin Ladens nach der Tötung des Terroristenführers durch ein US-Spezialkommando gefunden worden, hieß es in den Medienberichten.

Nach Angaben der Zeitung "New York Times" ergab die Auswertung von Computerdateien und Dokumenten, die in bin Ladens Wohnhaus in der pakistanischen Stadt Abbottabad sichergestellt wurden, dass er von seinem Unterschlupf aus über Jahre hinweg Anschläge von Al Kaida direkt mitgeplant und mitorganisiert hat.

Versteck monatelang observiert

Vor dem Einsatz einer US-Spezialeinheit gegen Bin Laden, der in der Nacht zum Montag mit dem Tod des Al-Kaida-Gründers endete, hatte der US-Geheimdienst CIA nach einem Bericht der Zeitung "Washington Post" dessen Unterschlupf über Monate hinweg ausspioniert.

Pakistaner vor bin Ladens ehemaligem Haus (Foto: picture alliance)

Pakistaner vor bin Ladens ehemaligem Haus

Ein kleines Team von Agenten habe von einem konspirativen Haus aus das Anwesen des Terroristen observiert. Ziel sei es gewesen, sich ein Bild über die Bewohner und deren Tagesabläufe zu machen, meldete die Zeitung unter Berufung auf Regierungsbeamte. Die Sammlung von Daten habe alle möglichen geheimdienstlichen Aktivitäten von der Satellitenüberwachung bis zum Abhören eingeschlossen. Die Observation sei derart aufwändig gewesen, dass die CIA den Kongress um zusätzliche Millionen Dollar dafür gebeten habe. Der Geheimdienst lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.

Obama dankt Navy Seals

US-Präsident Barack Obama wollte sich an diesem Freitag persönlich bei einigen der Soldaten der Eliteeinheit Navy Seals bedanken, die an dem Einsatz gegen bin Laden teilgenommen haben. Der Präsident wollte dazu nach Fort Campbell im Bundesstaat Kentucky reisen, hieß es in Regierungskreisen.

Obama legt am Ground Zero einen Kranz nieder (Foto: AP)

Obama legt am Ground Zero einen Kranz nieder

Am Donnerstag (05.05.2011) hatte Obama in New York "Ground Zero" besucht, den Ort der Anschläge vom 11. September 2001. Al-Kaida-Terroristen hatten damals zwei entführte Flugzeuge in die Zwillingstürme des World Trade Centers gesteuert und sie zum Einsturz gebracht. 2600 Menschen wurden beim schlimmsten Terroranschlag in der US-Geschichte getötet.

Obamas Besuch stand im Zeichen der Trauer um die Toten. Eine öffentliche Ansprache hielt der Präsident nicht. Am Ground Zero kam er mit Menschen zusammen, die bei dem Terrorakt Familienmitglieder oder Freunde verloren hatten.

Autor: Michael Wehling (dpa, afp, rtr, dapd)

Redaktion: Martin Schrader

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