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Aktuell Afrika

Al-Kaida-Anführer in Mali getötet?

Er soll für die Entführung vieler westlicher Bürger verantwortlich sein. Nun meldet der Tschad den Tod von Abu Zeid. Derweil rechnet die Bundesregierung mit einem längeren Bundeswehr-Einsatz in Mali.

Im Norden Malis ist nach Angaben des Tschad ein berüchtigter Al-Kaida-Anführer getötet worden. Soldaten des Tschad hätten Abdelhamid Abu Zeid und ein weiteres führendes Al-Kaida-Mitglied getötet, sagte Präsident Idriss Deby. Frankreich, das derzeit in Mali gegen islamistische Kämpfer vorgeht, wollte den Tod Abu Zeids zunächst nicht bestätigen. Nach französischen Medienangaben wird derzeit versucht, mittels einer DNA-Probe endgültige Klarheit zu bekommen. Bereits am Donnerstag hatte ein algerischer Sender berichtet, Abu Zeid sei von französischen Soldaten im Kampf getötet worden.

Der ranghohe Al-Kaida-Kämper wird für die Entführung zahlreicher westlicher Bürger in den vergangenen Jahren verantwortlich gemacht. Zudem wird er verdächtigt, 2009 die britische Geisel Edwin Dyer und 2010 den Franzosen Michel Germaneau eigenhändig getötet zu haben.

Islamisten hatten 2012 mehr als die Hälfte Malis unter ihre Kontrolle gebracht. Frankreich intervenierte im Januar mit etwa 4000 Soldaten in der ehemaligen Kolonie auf Bitten der malischen Führung, um den Vormarsch islamistischer Kämpfer auf die Hauptstadt Bamako im Süden zu stoppen. Französische Truppen vertrieben die Islamisten aus den großen Städten im Norden und bekämpfen sie zusammen mit afrikanischen Soldaten nun in den Bergregionen.

De Maizière: "Einsatz wird wohl länger dauern"

Der Bundestag hatte am Donnerstag grünes Licht dafür gegeben, dass sich die Bundeswehr an der Ausbildung der Armee in dem westafrikanischen Krisenland beteiligen wird. Zudem wird sie mit Transportflugzeugen der Luftwaffe den Kampf gegen die dortigen Islamisten unterstützen.

Nun rechnet Verteidigungsminister Thomas de Maiziere aber damit, dass der Einsatz von bis zu 330 deutschen Bundeswehrsoldaten länger als ein Jahr dauern wird. Die malische Armee lasse sich kaum innerhalb von zwölf Monaten in einen guten Zustand versetzen, sagte de Maiziere der "Bild am Sonntag". "Es kann und wird wohl länger dauern." De Maizière wies zudem darauf hin, dass die deutschen Ausbilder von französischen Soldaten geschützt werden sollen.

Präsidentschaftswahlen im Juli

Trotz der noch instabilen Lage in dem Land kündigte die malische Übergangsregierung Präsidentschaftswahlen für Juli an. "Es wurden Maßnahmen ergriffen, um diesen Termin einzuhalten", sagte der Kabinettsdirektor von Ministerpräsident Diango Cissoko, Boubacar Sow. Es würden nun "schnelle Antworten" auf noch offene Fragen gesucht.

Dabei gehe es unter anderem um die Sicherheit vor Ort, um die Rückkehr der staatlichen Verwaltung in den von Islamisten befreiten Norden des Landes sowie um Vertriebene und Flüchtlinge in Mali. "In zwei bis drei Monaten" solle ein Teil der Verwaltung in den drei wichtigsten Städten Nordmalis - Timbuktu, Gao und Kidal - "grundsätzlich" wieder eingerichtet sein, sagte Sow.

GD/det (afp, rtr, dpa, ap)