1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Gesichter des Klimawandels

Al Gore, ehemaliger amerikanischer Vizepräsident

"Müssen wir uns verändern? Können wir uns verändern? Werden wir uns verändern?"

Der frühere Vizepräsident der Vereinigten Staaten rüttelte schon vor Jahren durch seinen Film "Eine unbequeme Wahrheit" auf und bekam für sein Klima-Engagement den Friedensnobelpreis verliehen. Dass er auch zur Pariser Klimakonferenz kommt, ist daher kein Wunder. Er tritt im größten Plenarsaal auf die Bühne - und hat für das Publikum drei Fragen im Gepäck. Es sind die drei alles entscheidenden Fragen des Klimagipfels:

1. Müssen wir uns verändern?

Al Gore stellt die Frage, redet über die aktuellen Überschwemmungen in Indien mit vielen Todesopfern, über die Dürre in Kalifornien, die Wasserkrise rund um Sao Paulo, Brasilien. "Die Anhäufung von Treibhausgasen in der Atmosphäre verursacht eine massive Störung des Klimagleichgewichts, des Wasserzyklus' und gefährdet die Nahrungssicherheit." Dass die Antwort auf dieses Frage "Ja" ist, ist wohl jedem im Raum klar.

2. Können wir uns verändern?

Und auch die Antwort auf diese Frage fällt klar aus: Durch die Arbeit von Forschern, Investoren und Entwicklern habe man eine Explosion in der Installierung kostengünstiger erneuerbarer Energien gesehen. "In meinem Heimatland kamen 2015 mehr als 70 Prozent der Elektrizität von Solar- und Windenergie", sagt er. Daher: Ja, wir könnten uns verändern: "In der menschlichen Geschichte mussten wir uns schon öfter entscheiden", meint er, egal ob es um Sklaverei, Frauenwahlrecht, Apartheit oder rassistische Diskriminierung ging. "Die richtige Wahl bedeutet eine Absicherung der Zukunft der kommenden Generationen."

3. Werden wir uns verändern?

Das ist die größte Frage des Klimagipfels.Während der Konferenz scheint Al Gore selbst nicht richtig zu wissen, was er darauf antworten soll: "Die, die daran zweifeln, dass es an politischem Willen zum Wandel fehlt, denen sage ich, dass der politische Wille selbst eine erneuerbare Ressource ist."Doch dann, am Abend des letzten Tages, wird das Abkommen unterzeichnet.Ein historisches Ereignis.Und damitweiß er jetzt auch die Antwort auf seine Frage: "In vielen Jahren werden unsere Enkelkinder einmal darüber reden, welcher Mut dafür nötig ist, den Klimawandel zu stoppen.Und sie werden den 12.Dezember 2015 als den Tag sehen, an dem sich die Gemeinschaft der Staaten endlich dazu entschloss, zu handeln." Das Signal, das die Staatengemeinschaft am letzten Abend in die Welt schickt, ist: Ja, wir werden uns verändern.