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Asien

AKW Fukushima vollständig evakuiert

Rückschlag in Fukushima: Das Gelände des Atomkraftwerks musste vollständig evakuiert werden. Wegen der radioaktiven Strahlung wurden alle Techniker und Feuerwehrleute vorerst abgezogen. Über dem Reaktor stieg Rauch auf.

Das zerstörte Kraftwerk von Fukushima (Foto: dapd)

Radioaktive Verseuchung nach dem Unglück

Eigentlich sollte die Feuerwehr am Mittwoch (23.03.11) den Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerks erneut von außen mit Wasser kühlen, doch die Aktion wurde abgeblasen. Der japanische Sender NHK berichtete, die gesamte Atomanlage sei aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Schwarzer Rauch stieg aus dem Reaktor auf, in dem das hochgefährliche Plutonium lagert. Unklar ist, wie die Arbeiten an dem Unglücksreaktor nun fortgesetzt werden sollen.

Löscharbeiten am Atomkraftwerk Fukushima (Foto: picture alliance/dpa)

Die Arbeit der Feuerwehr musste unterbrochen werden

Zuvor hatten heftige Nachbeben die unmittelbare Umgebung des Katastrophenmeilers erschüttert. In der Anlage seien aber keine weiteren Schäden entstanden, teilte die Reaktorsicherheitsbehörde mit. Der intensivste Erdstoß hatte um 7.12 Uhr Ortszeit (23.12 Uhr MEZ) die Stärke von 6,0. In der US-Erdbebenwarte wurde eine Stärke von 5,7 gemessen. Das Epizentrum lag 72 Kilometer südöstlich der Stadt Fukushima und 180 Kilometer nordöstlich von Tokio. Zuletzt bebte die Erde in Japan innerhalb von 24 Stunden mindestens 18 Mal.

Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo wurde in Fukushima eine Radioaktivität von 500 Millisievert pro Stunde gemessen. Zum Vergleich: Die so genannte "natürliche Hintergrundstrahlung" liegt bei etwa 2 Millisievert pro Jahr.

Leitungswasser in Tokio belastet

Rettungskräfte in Japan (Foto: AP)

Suche unter Trümmern: Fast 14.000 Menschen werden noch vermisst

Erhöhte Radioaktivität wurde auch im Leitungswasser der Hauptstadt Tokio gemessen. Das Wasser solle Kindern nicht gegeben werden, teilten die Behörden mit. Die Verstrahlung der Umwelt des Kraftwerks in Fukushima veranlasste die Regierung, den Lieferstopp für Gemüse aus der Region auszuweiten. Das japanische Gesundheitsministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Gemüsearten, bei denen nach dem Unglück eine teilweise drastisch erhöhte Radioaktivität festgestellt wurde. Darunter sind Spinat, Broccoli, Kohl und das japanische Blattgemüse Komatsuna.

Regierungssprecher Yukio Edano sagte auf einer Pressekonferenz, der Verzehr dieses Gemüses gefährde zwar noch nicht die Gesundheit. "Wir sehen aber, dass die Werte hochgehen und müssen damit rechnen, dass sie ein schädliches Niveau erreichen. Daher ist es sinnvoll, die Lieferungen jetzt zu stoppen." Vorsichtshalber sollten Verbraucher kein in der Präfektur Fukushima angebautes Gemüse mehr verzehren.

Tepco geht das Geld aus

Die AKW-Katastrophe setzt die Betreibergesellschaft Tepco auch finanziell unter Druck. Das Unternehmen ersuchte die großen Banken des Landes nach Informationen des Fernsehsenders NHK um Notkredite in Höhe von 1,5 Billionen Yen (13,1 Milliarden Euro). Diese Summe müsse möglichst bis Ende des Monats gezahlt werden, damit Tepco die Folgen des Unglücks im Atomkraftwerk Fukushima bewältigen könne, berichtete der Sender. Nicht ausgeschlossen ist, dass dieser Betrag auch noch steige.

Die Schäden des verheerenden Erdbebens und Tsunamis in Japan könnten sich einem Pressebericht zufolge auf bis zu 25 Billionen Yen (rund 220 Milliarden Euro) belaufen. Nach der Naturkatastrophe wurde bisher der Tod von 9500 Menschen bestätigt, wie die Polizeiführung in Tokio mitteilte. Fast 16.000 Menschen werden noch vermisst. Rund 300.000 Menschen leben bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt noch in Notunterkünften.

Autor: Marko Langer (mit dpa, rtr, afp)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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