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Kunst

Aktionskünstler Pawlenski aus Russland geflohen

Mit spektakulären Kunstaktionen hat er für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. In Russland ist er ein unbequemer Regimekritiker. Jetzt ist Pawlenski wegen sexueller Belästigung angezeigt worden. Er bestreitet die Vorwürfe.

Pjotr Pawlenski ist mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich ausgereist und wird in Paris um politisches Asyl bitten. In Russland versuche man, ihm und seiner Frau sexuelle Übergriffe anzuhängen, sagte Pawlwnski dem russischen Oppositionssender "Doschd". Die Anschuldigungen stammen von der Schauspielerin Anastasia Slonina, die offenbar versucht hat, den Kontakt zu dem Ehepaar zu knüpfen um dann zu behaupten, das Paar habe sie vergewaltigt. 

Bis zu zehn Jahre Haft drohen den Pawlenskis, sollten sie in Russland verurteilt werden. Um einer Verurteilung zu entgehen, ist die Familie zunächst über Weißrussland in die Ukraine gereist und von dort aus weiter nach Frankreich.

Schmerzhafte Kunstaktionen

Pjotr Pawlenskis Kunstaktionen haben schon mehrmals weltweit für Aufsehen gesorgt. So hatte er sich aus Protest gegen die die Inhaftierung der Punkband Pussy Riot beispielsweise den Mund zugenäht. Bei einer anderen Aktion nagelte er seinen Hodensack auf dem Roten Platz in Moskau fest, um gegen die Korruption im Polizeiapparat zu protestieren. Berühmt ist auch seine Aktion vor dem Gebäude des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB: Dort zündete er im November 2015 aus Protest gegen den Staatsterror die Eingangstür an. Im Juni 2016 kam er wieder auf freien Fuß und wurde wegen Sachbeschädigung zu einer Geldstrafe verurteilt. 

sw/ash (dpa/sz)