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Politik & Gesellschaft

Aktionen für die Freilassung von Ai Weiwei

Gegen die Inhaftierung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei haben deutschlandweit viele Menschen protestiert. Auch deutsche Politiker appellierten an die chinesische Staatsführung, den Künstler unverzüglich freizulassen.

Ein Demonstrant hält ein Plakat mit einem Bild Ai Weiweis (Foto: dapd)

Wo ist Ai Weiwei? Diese Frage stellen sich seit dem 3. April immer mehr Menschen. Die Festnahme des chinesischen Künstlers beunruhigt auch die Deutschen.

Menschenrechtsausschuss befürchtet Schlimmes

Tom Koenigs (Foto: AP)

Der Menschenrechtsausschuss fordert die Freilassung

So erklärte der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses des Bundestags, Tom Koenigs (Grüne), gegenüber der "Berliner Zeitung" von Montag (18.04.2011), dass "die Inhaftierung des international anerkannten Künstlers unbegründet" sei. "Wir sind in großer Sorge. Vor allem, weil es keine Informationen über den Verbleib von Ai Weiwei gibt." Es sei Schlimmes zu befürchten, weil "in China die Haftbedingungen grauenhaft sind", sagte Koenigs.

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe forderte in der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) ebenfalls eine sofortige Freilassung des bekannten Regierungskritikers. "Er gehört zu den berühmtesten Künstlern Chinas, genießt weltweit höchsten Respekt. China erweist sich mit diesem Akt der Unterdrückung einen Bärendienst."

"1001 Stühle"

Demonstranten sitzen gegenüber des Generalkonsulats der Volksrepublik China auf Stühlen (Foto: dapd)

Protest mit dem Stuhl-Symbol

Schon am Wochenende hatten hunderte Menschen mit symbolischen Sitzaktionen gegen das Vorgehen des chinesischen Regimes demonstriert. In zahlreichen Städten setzten sich die Teilnehmer vor chinesischen Repräsentanzen auf mitgebrachte Stühle. Unter dem Motto "1001 Stühle für Ai Weiwei" war auf der Internetplattform Facebook weltweit zu Solidaritätsaktionen aufgerufen worden.

Die Idee für die Kunstaktion geht auf Ai Weiweis Arbeit "Fairytale" ("Märchen") für die documenta 12 in Kassel zurück. Im Sommer 2007 hatte der Künstler 1001 Chinesen aus verschiedenen Regionen seines Landes nach Kassel eingeladen. Zudem holte er ebenso viele Stühle aus seiner Heimat nach Nordhessen. Während sich die Gäste aus China unter die Bevölkerung und das internationale Kunstpublikum mischten, markierten die 1001 Holzstühle aus der Qing-Dynastie das Werk in der Ausstellung.

Stille Demonstrationen

Eine Aktivistin von Amnesty International am Pariser Platz in Berlin ein Schild mit der Aufschrift 'Where is Ai Weiwei ???' (Foto: dpa)

Bundesweit gab es Sympathiekundgebungen für Ai Weiwei

In Berlin kamen am Wochenende rund 150 Menschen vor die chinesische Botschaft. Manche von ihnen hielten Zettel in der Hand, auf denen ein Foto des Künstlers abgebildet war. Darunter stand "Missing" - ein Hinweis darauf, dass Ai Weiwei seit rund zwei Wochen verschwunden ist. Bereits am Samstag hatten in Berlin Menschenrechtsaktivisten von Amnesty International eine Mahnwache für den Künstler und Regimekritiker am Brandenburger Tor abgehalten.

In München nahmen rund 80 Menschen an einem zweistündigen Protest teil, in Hamburg wurden 30 Menschen vor dem Generalkonsulat der Volksrepublik China gezählt, in Frankfurt 20.

Ai Weiwei vor seiner Installation 'Sunflower Seeds' (Foto: AP)

Seit dem 3. April gibt es kein Lebenszeichen von Ai Weiwei

Festnahme wegen "Wirtschaftsverbrechen"

Der international renommierte Künstler Ai Weiwei ist einer der prominentesten Kritiker der chinesischen Regierung. Der 53-Jährige war am 3. April am Flughafen von Peking wegen angeblicher "Wirtschaftsverbrechen" festgenommen worden; über seinen Verbleib ist bis heute nichts bekannt.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, dapd, dpa)
Redaktion: Ursula Kissel

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