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Wirtschaft

Aktienmärkte weltweit weiter auf Sinkflug

Auch zum Beginn der neuen Woche kennen die Börsen rund um den Globus nur eine Richtung - nach unten. Während die Anleger einen Crash befürchten, versuchen die EZB und die G7-Staaten, die Märkte zu beruhigen.

Mann vor Börsentafel (Foto: Fotolia)

Weltweit erwarteten die Anleger die Eröffnung der Aktienmärkte an diesem Montag (08.08.2011) mit Sorge: Gibt es einen "schwarzen Montag"? Geht der tagelange Abwärtstrend weiter? Waren die 2,5 Billionen Dollar, die die Aktien in der vergangenen Woche weltweit an Wert verloren hatten, nur der Anfang? Und wie würden die Börsianer die Abstufung der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's aufnehmen?

Am Freitag nach Börsenschluss hatte Standard & Poor's dann erstmals die Kreditwürdigkeit der USA von der Bestnote "AAA" um eine Stufe auf "AA+" herabgestuft. Grund waren Zweifel an der Fähigkeit der Regierung, die massive Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen.

Keine Panik - keine Trendwende

Zwar gab es keine massenhaften Panikverkäufe, die die Börsenindizes rund um den Globus in den Abgrund stürzen ließen. Aber es gab auch keine Trendwende. Die Börsenkurse sinken weiter: An der asiatischen Leitbörse in Tokio fiel der Nikkei-Index um 2,2 Prozent auf 9.097 Punkte. Der Kospi-Index in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul sank um 3,8 Prozent auf 1.869 Punkte. Und in Singapur verzeichnete die Börse sogar ein Minus von 4,7 Prozent.

Ein Börsenhändler schaut auf seinen Bildschirm (Foto: dapd)

Sorgenfalten allerorten: 2,5 Billionen Dollar Verlust gab es allein in der vergangenen Woche

Bergab ging es auch in China – dem weltweit größten Gläubiger der USA: Der Hongkonger Hang-Seng-Index gab um 2,17 Prozent oder 455 Punkte auf 20.490 Punkte nach. Am Freitag hatte der Leitindex in Hongkong schon rund vier Prozent verloren. "Es ist nicht der Weltuntergang, aber es fühlt sich so an", sagte der Hongkonger Analyst Francis Lun.

Europa folgt Asien - die USA folgen Europa

Auch in Europa fielen die Kurse. An der deutschen Börse in Frankfurt am Main verlor der Deutsche Aktienindex DAX etwa fünf Prozent und fiel auf ein neues Jahrestief von 5923 Punkten. Auch an anderen Börsen in Europa gab es rote Zahlen - von London über Paris, Mailand und Madrid bis nach Zürich.

Ebenfalls mit Kursverlusten eröffnete schließlich die Börse in New York. Hier sank der Dow-Jones-Index zeitweise um mehr als vier Prozent. Auch hier hatten einige Marktbeobachter angesichts der Rating-Entscheidung vom Freitag allerdings noch größere Verluste befürchtet.

Dennoch gab es weiterhin Warnungen vor einer Panik an den Märkten - etwa vom Chefvolkswirt der Ratingagentur Moody's, Mark Zandi: "Ich glaube, es braucht nicht viel, um die Investoren in diesem Umfeld zu verschrecken. Angesichts dieser angespannten Stimmung kann die Anleger alles dazu bringen, zu verkaufen", sagte er. Und der Chef des Investmentunternehmens Pimco, Mohamed El-Erian, mahnte: "Wir bewegen uns in unbekanntem Gebiet und sollten uns deshalb alle auf turbulente Tage, wenn nicht Wochen, einstellen."

EZB und G7 wollen die Märkte stabilisieren

Mit einem abgestimmten Kurs versuchten die Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) am Wochenende, einem weiteren Verfall der Kurse entgegenzuwirken. Die G7-Finanzminister bekannten sich in einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Montag zu ihrer Verantwortung für stabile Aktienmärkte. Die G7 würden bei Bedarf "koordiniert eingreifen", um die Liquidität zu sichern und um das Funktionieren der Finanzmärkte zu unterstützen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Für weiteren Zündstoff sorgt derweil die anhaltende europäische Schuldenkrise. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisierte am Sonntag den Ankauf von spanischen und italienischen Staatsanleihen. Die EZB wolle ihr Anleihenkaufprogramm "aktiv umsetzten", teilte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet mit.

Autor: Martin Muno (mit dpa, rtr, afp)
Redaktion: Martin Schrader

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