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Wirtschaft

Aktienmärkte segeln von Hoch zu Hoch

Aktienkäufer freuen sich weltweit wieder über üppige Kursgewinne. In den USA nähert sich der Dow Jones Index seinem Höchststand, den er während des New-Economy-Booms erreicht hatte. Experten sehen kein Ende der Hausse.

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Nicht nur in Frankfurt regieren wieder die Börsen-Bullen, auch an der Wall Street

Für die internationalen Aktienmärkte hat das Jahr 2004 so glänzend begonnen wie das Vorjahr endete: Sie segeln von einem Hoch zum nächsten. Besondere Stärke zeigen die großen US-Unternehmen, die im Dow Jones Index zusammengefasst sind. Von vielen Marktbeobachtern wird dieser US-Index als wichtigstes Börsenbarometer der Welt gesehen. Im Januar erreichte es bei 10.749 Zählern ein so genanntes 52-Wochen-Hoch. Damit liegt der Dow Jones nur noch etwa neun Prozent unter seinem Allzeit-Hoch, das er am Ende des Börsenbooms zu Beginn des Jahres 2000 erreicht hatte. Damals zeigte der Index einen Spitzenstand von 11.750 Punkten.

Börsenbarometer im Vergleich

Vergleichbare Börsenbarometer in Europa und Asien können damit nicht mithalten. In Deutschland liegt der DAX noch etwa 50 Prozent unter seinem Allzeit-Hoch von 8136 Zählern. Ähnlich weit entfernt von seinem Spitzenwert ist der EuroStoxx 50 für die größten Aktiengesellschaften der Euro-Zone. Und der Nikkei-Index für die 225 kapitalstärksten AG's in Japan müsste sich sogar mehr als verdreifachen, um sein historisches Hoch von 38.916 Punkten zu erreichen.

Der Dollar-Faktor

Woran liegt der Vorsprung des Dow Jones vor den anderen Marktbarometern? Der Aktienmarkt-Analytiker Achim Matzke von der Commerzbank begründet die gute Entwicklung des Dow unter anderem mit der Abwertung des Dollar in den vergangenen Monaten. "Die Abwertung erleichtert den Unternehmen das Geschäft und das wirkt sich auch in den Aktienkursen aus. In Europa kämpfen die Unternehmen dagegen mit der Aufwertung des Euro", sagt der auf technische Analyse spezialisierte Aktien-Experte aus Frankfurt.

Die Index-Zusammensetzung

Die unterschiedliche Entwicklung der Indizes liegt auch an ihrer unterschiedlichen Zusammensetzung, erläutert Berndt Firow von der Landesbank Baden-Württemberg. "Der Dow Jones enthält weltweit aufgestellte Unternehmen wie Coca-Cola, Johnson & Johnson und Merck. Dadurch sind sie sehr stabil in ihrer Ertragsstruktur und der Index ist deshalb nie so tief gefallen wie einige in Europa, wie der DAX zum Beispiel", sagt Firow.

Der Dow Jones beinhaltet zudem relativ wenige High-Tech-Unternehmen, wie Firow sagt. Auch deshalb habe das Barometer weniger drastisch nachgegeben als beispielsweise der DAX. Er büßte im Zuge der jahrelangen Börsen-Baisse knapp drei Viertel seines Wertes ein, während der Dow "nur" einen Rückgang um etwas mehr als ein Drittel verzeichnete.

Gewinne im Visier

Beide Börsen-Experten sind sich darin einige, dass es in den nächsten Monaten weiter aufwärts gehen wird an den Börsen – sowohl in den USA als auch in Deutschland. "Allerdings geht es nicht mehr so aggressiv aufwärts wie in den vergangenen Monaten", sagt Achim Matzke.

Anleger sollten auch nicht davon ausgehen, dass der DAX in den nächsten Monaten sich ähnlich dicht an sein Allzeit-Hoch annähert, wie es der Dow schon geschafft hat, warnt Firow. "Das liegt vor allem an der exorbitanten Überbewertung von IT- und Telekom-Aktien, die wir in der Boomphase erlebt haben", sagt der Aktienmarkt-Experte aus Stuttgart. Als Beispiel nennt er die Deutsche Telekom. Obwohl das Unternehmen in den vergangenen Monaten stark an Wert gewonnen hat, lieg seine Anteile erst bei 16 Euro; dies vergleicht sich mit einem Hoch von 100 Euro. "Das wird die Aktie in den nächsten zehn Jahren nicht wieder sehen", so Firow.

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