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Wirtschaft

Aktien auf Seitwärtskurs

Weder deutlich nach oben, noch nach unten ging es an der Frankfurter Börse. Dabei waren die internationalen Vorgaben eigentlich recht günstig.

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Die Aktien der Softwarefirma SAP zogen am Dienstag an

Die Frage am Dienstag lautete: Waren die Kursgewinne des Rosenmontags von 2,2 Prozent ein Zufallsprodukt dank geringer Umsätze oder haben die deutschen Aktien dauerhaft ihren Boden gefunden - die Antwort steht leider noch aus.

Denn der Deutsche Aktienindex DAX hatte zwar im frühen Handel Gewinne von rund 35 Punkten zu verzeichnen, doch die schmolzen sehr schnell zusammen, und seitdem kann man höchstens noch von einer Seitwärtsbewegung sprechen. Der DAX stand am Mittag bei 4.936 Zählern - ein Minus von knapp vier Punkten. Der Nemax 50 Index am Neuen Markt verlor sieben Punkte oder 0,7 Prozent auf 1.084 Zähler.

SAP und Post im Aufwind

Die Aktien des Walldorfer Softwarekonzerns SAP erholten sich um weitere zwei Prozent auf 158,71 Euro. Ihnen folgte die Aktie Gelb der Deutschen Post. Nachdem der größte US-Paketdienst FedEx am Vortag einen optimistischen Ausblick auf das laufende Quartal gegeben hatte, stieg der Kurs der Post-Aktien in Frankfurt um zwei Prozent auf 15,51 Euro.

Energieaktien unter Druck

Die Versorger gehörten zu den Verlierern im DAX. RWE-Aktien verbilligten sich um 1,2 Prozent auf 41,74 Euro. E.ON verloren 2,2 Prozent. Die Kurse stünden unter Druck, weil Anleger ihre Anteile zu Gunsten von Technologiewerten verkauften, sagten Händler. E.ON-Aktien litten zudem unter Gerüchten, die Allianz AG wolle sich in Kürze von ihrer 10,6-Prozent-Beteiligung an dem Versorger trennen.

Diese Seitwärtsbewegung bei den deutschen Aktien ist eigentlich unverständlich. Denn die Vorgaben aus Übersee waren recht viel versprechend. In den USA macht sich langsam wieder Konjunkturoptimismus breit, von dem besonders die zyklischen Werte profitieren. Der Dow Jones gewann gestern 18 Punkte oder 0,5 Prozent auf 9.884 Zähler, der Nasdaq-Index legte sogar 1,5 Prozent oder knapp 28 Punkte zu auf 1.846 Zähler.

In Tokio haben die Anleger nach einem Feiertag noch die kräftigen Gewinne der US-Börsen vom Freitag nachgeholt, der Nikkei-Index stieg um 191 Punkte oder zwei Prozent auf 9.877 Zähler.

Eichel und der Euro

Ein weiteres wichtiges Thema am Dienstag ist der Euro. Nach dem jetzt klar ist, dass Finanzminister Hans Eichel in Brüssel mit einem blauen Auge davon kommt und keinen "Blauen Brief" erhält, sagen viele Beobachter, dass dieses unwürdige Geschachere um eine offizielle Frühwarnung insgesamt dem europäischen Stabilitätspakt keinen guten Dienst erwiesen hat. Die Glaubwürdigkeit der europäischen Stabilitätspolitik habe schweren Schaden genommen und das werde auch Auswirkungen auf den Euro haben. Kurzfristig ist das allerdings nicht der Fall, in New York stand der Euro am Montag bei 87,67 amerikanischen Cents, in Tokio bei 87,66 und in Frankfurt am Dienstagmittag bei 87,72.

Über die langfristigen Auswirkungen kann man geteilter Meinung sein, man kann auch sagen, dieser jämmerliche Kurs von 87 amerikanischen Cent für einen Euro spiegelt genau das wider, was die Devisenmärkte vom politischen Reformstau in Europa und insbesondere in Deutschland halten. Das unwürdige Geschachere um den blauen Brief ist nur eine Bestätigung dafür, dass der Euro da steht, wo er hingehört und man sich eine Dollarparität auf lange Sicht wohl abschminken kann, solange die größte Volkswirtschaft der Eurozone an letzter Stelle steht und wichtige Strukturreformen auf sich warten lassen.


  • Datum 12.02.2002
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1qPR
  • Datum 12.02.2002
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