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Freiheit von Lehre und Forschung

Akademischer Austauschdienst in Sorge über Wissenschaft in den USA

Welche Auswirkungen wird die Trump-Administration auf den amerikanischen Hochschulbetrieb haben? DAAD-Chefin Wintermantel schwant nichts Gutes: Sie sieht vor allem Geisteswissenschaftler und Umweltforscher unter Druck.

Die Zentrale des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Bonn (Foto: picture-alliance/dpa/O. Berg)

Die Zentrale des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Bonn

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) hat Weltoffenheit und Freizügigkeit für Wissenschaftler in den USA angemahnt. DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel sagte angesichts der sich abzeichnenden restriktiven Forschungspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump, sie sei darüber erschrocken, denn man hätte viele seiner Äußerungen nicht für möglich gehalten.

Großdemonstration am 22. April in Washington

DAAD-Präsidentin Margret Wintermantel (Foto: picture alliance/dpa/B. Pedersen)

Seit fünf Jahren DAAD-Präsidentin: Margret Wintermantel

"Es bleibt dabei, dass die amerikanischen Spitzenuniversitäten weiterhin hoch attraktiv für deutsche Nachwuchswissenschaftler und Studierende sind", betonte Wintermantel im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Die Offenheit dieser Institutionen für Talente aus aller Welt sei allerdings Voraussetzung dafür, dass dies auch so bleibe. Bisherige Signale aus der Trump-Regierung sprechen dafür, dass beispielsweise Geisteswissenschaftler sowie Umwelt- und Klimaforscher künftig erhebliche Probleme bekommen werden. Auch der Ende Januar von Trump verfügte Einreisestopp für Menschen aus sieben vorwiegend islamischen Ländern sorgt in der weltweiten Forschergemeinde für Unruhe. Am 22. April wollen in Washington Hunderttausende für die Freiheit der Wissenschaft demonstrieren.

Weniger Skepsis beim Brexit-Land 

Die britische Wissenschaftspolitik nach der Brexit-Entscheidung sieht die DAAD-Chefin nicht ganz so skeptisch. Die Politik im Vereinigten Königreich scheine "eher pragmatisch vorzugehen" und wolle Auswirkungen für die britisch-europäische Forschungskooperation nach ihrem Eindruck "intelligent kompensieren". London habe "völlig zutreffend erkannt, dass produktive Netzwerke entstanden sind, die den Erkenntnisfortschritt erheblich gesteigert haben". Wintermantel fügte hinzu: "Die jetzt zu klärenden Fragen beziehen sich vor allem auf die Freizügigkeit der Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen." Zudem gehe es darum, ob Großbritannien weiter im Erasmus-Programm bleiben werde und wie weit die britischen Universitäten auch künftig an den europäischen Forschungsprogrammen teilhaben könnten. Das EU-weite EU-Austauschprogramm Erasmus ermöglicht jungen Europäern einen Auslandsaufenthalt. Es war ursprünglich vor allem auf Studenten ausgerichtet, seit 2014 bieten die Erasmus-Bildungsprogramme aber auch Berufspraktika oder einen Schüleraustausch im europäischen Ausland an.

Der zu großen Teilen vom Bund finanzierte DAAD ist eine der weltweit größten Förderorganisationen für den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern. Wintermantel ist seit fünf Jahren DAAD-Präsidentin.

sti/se (dpa)