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Irakische Kurdenregion

Airport Erbil im Dornröschenschlaf

Erbil ist vom Luftverkehr abgeschnitten. Alle Flüge in und aus der irakischen Millionenstadt sind auf unbestimmte Zeit gestrichen. Grund sind die Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden im Irak.

Humanitäre, militärische und diplomatische Flüge sind nicht betroffen. Alle anderen Verbindungen in die Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Irak sind auf Anweisung des irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi gestrichen. Am Flughafen Erbil wird es recht still, auch in der zweitgrößten Stadt Sulaimaniya ruht der Flugverkehr.

In den vergangenen Tagen herrschte noch Hochbetrieb. Viele Ausländer arbeiten mit einem Visum der Autonomieregion, das nur dort gilt, so dass sie nicht in andere Teile des Irak reisen können. Ein brasilianischer Mitarbeiter einer Hilfsorganisation, die in der Region interne Vertriebene medizinisch versorgt, sagte, sie seien am frühen Morgen zum Flughafen in Erbil gekommen, um genügend Tickets für ihre 16-köpfige Gruppe zu bekommen.

Um 16 Uhr Ortszeit nutzten rund hundert Passagiere in Erbil den letzten internationalen Flug nach Wien. Seitdem haben alle Fluggesellschaften ihre Verbindungen in den kurdischen Nordirak ausgesetzt.

Eine Flughafensprecherin in Erbil sprach von einer "Bestrafung für die Iraker". Ministerpräsident Abadi betonte dagegen, es sei keine "Vergeltung", sondern eine "legale Maßnahme des Ministerrats".

Irak Flughafen Erbil (picture-alliance/Sputnik/D. Vinog)

Kurdische Flaggen auf dem Flughafen Erbil

Die Kurden im Nordirak hatten am Montag trotz des Widerstands der Zentralregierung in einem Referendum über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Zwar votierten die Wähler praktisch geschlossen für die Abspaltung, doch ist ungewiss, was daraus folgt. Bagdad hat mit einer militärischen Intervention gedroht und Verhandlungen auf Grundlage des Referendums abgelehnt.

Die Türkei, die ebenfalls die Gründung eines unabhängigen Kurdenstaats an ihrer Grenze strikt ablehnt, droht derweil  mit einer Handelsblockade. Die Kurden sind für die Ausfuhr ihres Erdöls auf eine Pipeline durch die Türkei angewiesen.

rb/ie (afp, ap, dpa)

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