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Wirtschaft

Airbus spürt erneut Auftrieb

Die Flugzeugindustrie entwickelt rosige Phantasien für ihre Zukunft: Nach der Krise kommt die Erholung schneller als erwartet. Laut Airbus sind in Zukunft vor allem umweltfreundliche Flugzeuge gefragt.

Lufthansa Airbus A380 (Foto: Lufthansa)

Lufthansa Airbus A380

Die EADS-Tochter Airbus rechnet in ihrer am Montag (13.12.2010) präsentierten jüngsten Marktprognose für die nächsten 20 Jahre mit einer deutlich wachsenden Nachfrage für neue und sparsamere Flugzeuge. "Die Markterholung fällt kräftiger aus als prognostiziert", meinte Airbus-Verkaufschef John Leahy. Seine Prognose: Bis 2029 dürften weltweit fast 26.000 neue Passagier- und Frachtmaschinen im Wert von 3,2 Billionen US-Dollar (2,4 Billionen Euro) benötigt werden - ein jährliches Wachstum von 4,8 Prozent.

Erzkonkurrent Boeing hatte sich im Juli noch optimistischer gezeigt. Der US-Hersteller rechnet für den gleichen Zeitraum mit einem Weltbedarf von 30.900 neuen Flugzeugen im Wert von 3,6 Billionen US-Dollar. Er ging in seiner Studie im Passagierverkehr von einem Durchschnitts-Wachstum von 5,3 Prozent für die nächsten 20 Jahre aus.

Dynamisches Wachstum in Schwellenländern

Eine Boeing 737 der Lufthansa startet in Dresden, Sachsen, vom Flugplatz Dresden International, waehrend Besucher von der Besucherebene des Flughafens durch eine Glasscheibe zuschauen (Foto: apn )

"Kräftige Markterholung" - Boeing-Erfolgsmodell 737

Beide sind sich aber in einem einig: Der Trend zu neuen, sparsameren Modelle sowie ein dynamisches Wachstum in Schwellenländern wie China, aber auch Indien oder Lateinamerika schafft enormen Bedarf.

"Der Inlandsverkehr in Indien wächst mit 9,2 Prozent so schnell wie kein anderer wichtiger Markt und weist insgesamt die dritthöchste Wachstumsrate hinter dem Verkehr zwischen dem Nahen Osten und Südamerika sowie zwischen Nordafrika und der Volksrepublik China auf. Sieben der 20 am schnellsten wachsenden Verkehrsströme verbinden China mit dem Rest der Welt", heißt es in der Airbus-Prognose. Insgesamt dürfte sich die weltweite Flotte der Passagierflieger bis 2029 um 14.000 auf dann 29.000 Flugzeuge mehr als verdoppeln, schätzt Airbus.

Die Perspektiven für Mega-Flugzeuge wie den Super-Airbus A380 schätzt der europäische Hersteller auf mehr als 1.700 Passagier- und Frachtausführungen im Wert von über 570 Milliarden US-Dollar. Das Zentrum des Wachstums liegt bei sogenannten "Standardrumpf"-Flugzeugen - Kurz- und Mittelstreckenmaschinen mit einem Gang. Die sind schon heute Verkaufsschlager bei beiden Herstellern - auch wenn ihre Modelle Boeing 737 und Airbus 320 schon etwas in die Jahre gekommen sind. In diesem Segment prognostiziert Airbus die Auslieferung von fast 17.900 Flugzeugen im Wert von rund 1,27 Billionen US-Dollar.

Modernisierung statt Neuentwicklung

Flugzeug-Rumpf mit der aufschrift Air India (Foto: dw)

Hoffnung auf größere Märkte in den Schwellenländern

Fluggesellschaften in aller Welt müssen aber auf Nachfolgemuster vorerst noch warten. Sowohl Boeing wie Airbus modernisieren ihre Erfolgsmodelle zwar stetig, scheuen angesichts anderer Prioritäten aber die Kosten für völlige Neu-Entwicklungen. Airbus hat erst vor kurzem bekanntgegeben, seine A320 mit neuen Triebwerken und Sprit sparenden Knickflügeln aufzurüsten - die es bei der Boeing 737 allerdings schon seit längerem gibt.

Unklar ist in den Prognosen bisher noch, inwieweit aufstrebende Schwellenländer wie Brasilien und China, aber auch Russland mit ihren modernen Flugzeug-Entwicklungen künftig die Vorherrschaft von Boeing und Airbus angreifen werden. Bisher drängen sie mit Macht in den Bereich der Kurz- bis Mittelstreckenjets.

Autor: Ralf E. Krüger/Klaus Ulrich (dpa, dapd)

Redaktion: Insa Wrede

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