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Wirtschaft

Airbus räumt geheime Datenprüfung ein

Bei Airbus in Deutschland sind massenhaft Daten von Mitarbeitern ohne deren Wissen überprüft worden. Auch bei der Telekom gibt es laut einem Zeitungsbericht einen neuen Datenskandal.

Mitarbeiter von Airbus verlassen nach Schichtwechsel den Standort Laupheim bei Ulm (Foto: AP)

Insgeheim überprüft: Mitarbeiter von Airbus in Deutschland

Erst die Telekom und die Deutsche Bahn - nun Airbus Deutschland. Auch in dem Luftfahrtunternehmen gab es eine Datenaffäre, die erst jetzt ans Licht kommt. Das neue Management habe im Zuge der Diskussion um Datenskandale bei anderen Unternehmen eine Untersuchung eingeleitet, ob es auch bei Airbus solche Fälle gegeben habe, sagte am Mittwoch (01.04.2009) ein Unternehmenssprecher. Er bestätigte damit einen Bericht des "Hamburger Abendblatts".

Bei der Untersuchung sei herausgekommen, dass 2007 eine massenhafte, verdeckte Prüfung von Mitarbeiterdaten durchgeführt wurde. Daraufhin sei zuerst der Betriebsrat informiert worden. Am 23. März habe man schließlich auch die Mitarbeiter darüber aufgeklärt.

Endmontage der Airbus A-318- bis A-321 Linie im Airbus-Werk Finkenwerder (Foto: AP)

Ziel der geheimen Prüfung war die Korruptionsbekämpfung

Kontonummern abgeglichen

Nach dem Bericht des "Abendblatts" fand im Jahr 2007 ein Abgleich der Kontonummern aller Beschäftigten mit den Kontonummern von Zulieferern statt. Damit habe das Unternehmen herausfinden wollen, ob Mitarbeiter sich illegal bereicherten. Die Prüfungen hätten jedoch keine Korruptionsfälle ans Tageslicht gebracht. Deshalb seien sie eingestellt worden.

Eine Ampel vor dem EADS-Airbuswerk in Bremen zeigt Rot (Foto: AP)

Unklar ist derzeit, ob die geheime Datenprüfung juristische oder personelle Konsequenzen haben wird

Die Arbeitnehmervertreter von Airbus waren dem Zeitungsbericht zufolge über die Aktion nicht informiert. Der Betriebsrat lasse den Sachverhalt jetzt juristisch prüfen.

Rasterfahndung bei der Telekom

Unterdessen berichtet die "Frankfurter Rundschau" am Donnerstag von einem weiteren Datenschutz-Skandal bei der Deutschen Telekom. Das Unternehmen soll nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 dem Bundeskriminalamt Millionen von Kundendaten für Rasterfahndungen bereitgestellt haben. Nahezu alle Kunden-Datenbestände der Telefongesellschaft seien ohne ersichtliche Rechtsgrundlage geprüft worden. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf gut informierte Konzernkreise.

Nach dem Bericht ging es bei der Prüfung nicht um die Suche nach bestimmten Straftätern. Vielmehr sei in den Kundendaten anhand bestimmter Kriterien nach potentiellen "Schläfern" gesucht worden. Die Rasterfahndung habe unter anderem in einem Rechenzentrum der Telekom stattgefunden. Das Bundesverfassungsgericht hatte die bundesweite Rasterfahndung nach "Schläfern" 2006 für verfassungswidrig erklärt.

Die Telekom war voriges Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil sie 2005 und 2006 mehrere Führungskräfte überprüfen ließ, um aufzudecken, ob diese Informationen an die Presse geben. Es habe sich dabei um eine missbräuchliche Nutzung von Verbindungsdaten gehandelt, wie die Konzernleitung im Mai 2008 einräumte.

(mas/gri/afp/ap/rtr)

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