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Wirtschaft

Airbus im Steilflug

Es läuft super für Airbus. Mit über 1456 verkauften Flugzeugen in 2014 war es das zweitbeste Jahr in der Unternehmensgeschichte. Nur Boeing überflügeln - dafür hat es nicht gereicht.

Der Flugzeugkonzern Airbus hat den US-Konkurrenten Boeing im vergangenen Jahr bei den Bestellungen für Passagierjets überflügelt. Seit Jahren liefert sich der größter Flugzeugbauer Europas ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Boeing. Im vergangenen Jahr hat Airbus 1456 Flugzeuge verkauft, teilte die Zivilsparte des Konzerns am Dienstag mit. Stornierungen sind dabei schon heraus gerechnet. Das sind 24 Aufträge mehr als die Amerikaner verbucht hatten.

Trotz der guten Zahlen bei Airbus: Mehr Flugzeuge hat Boeing ausgeliefert und flog 723 Modelle zum Kunden, 94 mehr als Airbus. Auch der Wert der Neuaufträge ist bei Boeing deutlich größer. Trotzdem sprach Airbus vom zweitbesten Auftragsjahr der Unternehmensgeschichte.

"Airbus hat seine Ziele 2014 nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen", sagte Fabrice Brégier, Chef der Verkehrsflugzeugsparte der Airbus Group. So summierten sich die Neuaufträge bei Airbus laut Preisliste auf 175 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 148 Mrd Euro). Boeing kam wegen des höheren Anteils von Großraumjets auf 233 Milliarden Dollar.

Auf Jahre hinausgebucht

Wegen der hohen Zahl der Neubestellungen schwollen die Auftragsbücher beider Anbieter zuletzt kräftig an. Airbus kam Ende 2014 auf einen Auftragsbestand von 6.386 Flugzeugen, bei Boeing standen Bestellungen für 5.789 Maschinen in den Büchern. Für begehrte Modelle ist die Produktion auf Jahre hinweg ausgebucht. Für das Airbus-Flaggschiff A380 blieben Bestellungen hingegen rar. Für Boeings größtes Modell 747-8 gab es zwei Neuaufträge - und zwei Abbestellungen.

Reißenden Absatz fanden bei Airbus vor allem die Mittelstreckenjets der A320-Familie, die wie das Konkurrenzmodell Boeing 737 den Großteil der Verkäufe ausmachen. Airbus lieferte allein 490 Flugzeuge dieser Klasse aus, außerdem 108 Exemplare des Langstreckenfliegers A330.

Airbus A 350

Große Hoffnung setzt Airbus auf den A 350

Neuer Hoffnungsträger ist die kurz vor Weihnachten erstmals ausgelieferte A350. Der spritsparende Passagierjet, der vor allem auf Langstrecken eingesetzt wird, soll eine der größten Einnahmequellen des Herstellers werden. Die A350-Produktion ist bereits bis zum Jahr 2021 ausgebucht.

Mit dem Flieger tritt Airbus gegen Boeings jüngsten Langstreckenjet 787 "Dreamliner" und das ältere, aber größere Modell 777 an, das nun eine sparsamere Neuauflage bekommen soll. Die auf 114 Jets gewachsene "Dreamliner"-Produktion hatte Boeings gesamte Auslieferungen im vergangenen Jahr nach oben getrieben. Boeing hatte seine Zahlen vor einer Woche vorgelegt.

A380: Top oder Flop?

Lufthansa Airbus A 380

A 380 wenig nachgefragt

Vom weltgrößten Passagierflugzeug A380 gingen im vergangenen Jahr 30 an die Kunden. Allerdings läuft der Absatz nicht so wie gewünscht. Im vergangenen Jahr hatte Airbus keine einzige neue Airline als Kunden für den Riesenjet gefunden. Die Konzernspitze brachte selbst die Diskussion über ein Ende des Vorzeigejets auf, davon will aber Flugzeugbau-Chef Brégier nichts wissen.

Die A380 soll nach bisheriger Planung 2015 erstmals die Gewinnschwelle erreichen. Im laufenden Jahr will Brégier die Airbus-Produktion weiter ausbauen und mindestens so viele Neubestellungen hereinholen wie fertige Maschinen die Werkshallen verlassen.

iw/zdh (rtrs, dpa)