Airbag-Skandal: Takata muss Milliardenstrafe zahlen | Aktuelles | DW | 14.01.2017
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Automobilbranche

Airbag-Skandal: Takata muss Milliardenstrafe zahlen

Mit einem Schuldeingeständnis und Bußgeldern konnte der japanische Autozulieferer Takata seinen Rechtsstreit mit den USA um defekte Airbags beilegen. Drei Manager bleiben aber im Visier der US-Justiz.

Takata habe kriminelle Vergehen eingestanden und zahle Strafen in Höhe von einer Milliarde Dollar (940 Millionen Euro), teilte das US-Justizministerium mit. Die Behörden hatten Takata vorgeworfen, über ein Jahrzehnt lang systematisch Ergebnisse von Sicherheitstests manipuliert zu haben. Takata bestätigte die Einigung auf einen Vergleich.

Neue Strafverfahren gegen einzelne Mitarbeiter

Parallel zur gütlichen Einigung erhob die Bundesanwaltschaft erste Strafanzeigen gegen drei Manager. Den langjährigen Takata-Angestellten wird Betrug und Verschwörung vorgeworfen. Laut Anklageschrift sollen die bis 2015 in Japan und den USA für das Unternehmen tätigen Mitarbeiter mit manipulierten Testergebnissen bewusst die Risiken mangelhafter Airbags verschleiert haben. Mehrere tödlichen Unfälle seien die Folge gewesen.

"Autozulieferer, die Produkte zum Schutz der Verbraucher vor Verletzungen oder tödlichen Unfällen verkaufen, müssen die Sicherheit vor den Profit stellen", erklärte Bundesanwältin Barbara McQuade. "Wenn sie sich stattdessen für Betrug entscheiden, werden wir die verantwortlichen Personen und Unternehmen zur Rechenschaft ziehen."

USA Takata Fall- Staatsanwältin Barbara McQuade (picture-alliance/AP Photo/C. Osorio)

US-Staatsanwältin Barbara McQuade teilte die Einigung mit dem japanischen Airbag-Hersteller Takata mit

Entschädigungen für Opfer und Autobauer

Takata hat die Vorfälle bereits eingeräumt und bedauert diese einer Erklärung zufolge zutiefst. Im Zuge der Vereinbarung soll Takata ein Bußgeld in Höhe von 25 Millionen Dollar zahlen sowie einen Entschädigungsfonds für betroffene Opfer in Höhe von 125 Millionen Dollar einrichten. Ein weiterer Fonds in Höhe von 850 Millionen Dollar werde zugunsten der Autohersteller aufgelegt, die verfälschte Testdaten erhalten oder die betreffenden Airbag-Gasgeneratoren von Takata erworben haben.

Defekte Airbags des japanischen Zulieferers machen der Autoindustrie schon seit Jahren zu schaffen. Die Mängel hatten in den USA zum Rückruf von fast 70 Millionen Airbags geführt. 42 Millionen Fahrzeuge diverser Hersteller sollen betroffen sein. Die US-Verkehrsaufsicht geht von mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten in den Vereinigten Staaten aus, die damit in Zusammenhang gebracht werden.

myk/jj (dpa/afp)