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Welt

Aids-Kranke in Sambia: Arm, aber nicht allein

Sambia gehört zu den afrikanischen Ländern, in denen die Zahl der an HIV/AIDS erkrankten Menschen am höchsten ist. Wer krank ist, verliert nicht selten auch seine Beschäftigung und das Überleben wird zum Daseinskampf.

Hütten in Chikuni, Sambia Wann: Juni 2009 Wo wurde das Bild aufgenommen: Chikuni, Sambia Was: Hütten in Chikuni, Sambia Artikel: Arm, arbeitslos und aidskrank Bild: Daniel Scheschkewitz

Medizinisch unterversorgt: die ländlichen Regionen im Südosten Sambias

Titel: Gregory Muchindu and Demetria Wer: Daniel Scheschkewitz Wann: Juni 2009 Wo: Chikuni, Sambia Was: HIV/Aids-Patient Gregory Muchindu und Frau Demetria

Gregory Muchindu: AIDS-Kranker aus Chikuni

Gregory Muchindu hat Aids. Wie jeder fünfte Erwachsene in Sambia trägt er das HI-Virus in sich. Wie andere Aids-Kranke auch ist er häufig zu schwach zum Arbeiten. Muchindu hat einen Acker in Chikuni im Südosten Sambias, von der Scholle leben er und seine siebenköpfige Familie. Wenn er sein Feld nicht rechtzeitig bestellen kann, ist die überlebenswichtige Ernte in Gefahr. Seit es Medikament gegen die Immunschwäche-Krankheit gibt, ist Nahrungsmittelsicherheit für Aids-Kranke in Sambia das mithin größte Problem. "Die HIV-Positiven unter uns bedürfen häufiger der Pflege durch den Partner. Das ist dann sehr zeitaufwändig. Darum fehlt oft die Zeit fehlt, um auf dem Feld zu arbeiten."

Entlastung durch freiwillige Gesundheitshelfer

Caregiver at Haampongo Wer hat das Bild gemacht: Daniel Scheschkewitz Wann wurde das Bild gemacht: Juni 2009 Wo wurde das Bild aufgenommen: Haampongo, Sambia Wer oder was ist auf dem Bild zu sehen?: Rosemarie Haachilima, Mobile Gesundheitsheferin im Distrikt Chikuni unterwegs auf dem Fahrrad In welchem Zusammenhang soll das Bild/sollen die Bilder verwendet werden?: Artikel: Arm, arbeitslos und Aidskrank

Gesundheitshelferin Rosemarie Haachilima unterwegs zu Patienten

Um in diesen Notlagen Abhilfe zu schaffen, haben sambische Gemeinden wie Chikuni ein System freiwilliger Gemeindehelfer eingeführt: sogenannte "Caregivers", die gegen eine kleine Aufwandsentschädigung und mit einem Fahrrad ausgestattet die Bedürfnisse der Kranken identifizieren und einspringen, damit der Familie keine kostbare Arbeitskraft verloren geht. Die "Caregivers" unterstützen dort, wo das chronisch unterversorgte Gesundheitssystem Sambias Lücken hat. Zumal die häufig weit entfernten Krankenhäuser für die Kranken auf dem Land oft nur schwer zu erreichen sind. Es gibt kaum Transportmöglichkeiten und in der Regenzeit sind die ungeteerten Strassen meist unpassierbar. "Durch unsere Arbeit als Gesundheitshelfer können viele Patienten zuhause versorgt werden", sagt Rosemary Haachilima.

Wertvolle Tipps für die Patienten

Wer: Daniel Scheschkewitz Wann: Juni 2009 Wo: Haampongo Was: Aidskrankes Kind mit Gesundheitsakte

Der mobile Gesundheitsdienst betreut auch AIDS-kranke Kinder

Unter den Aids-kranken Patienten sind auffällig viele Mütter mit kleinen Kindern. Monica Nusofu, die den mobilen Gesundheitsdienst organisiert, erinnert die Patienten daran, wie wichtig es ist, die Medikamente gegen die Immunschwächekrankheit regelmäßig zur gleichenUhrzeit einzunehmen. Beileibe keine Selbstverständlichkeit in einer Gegend, wo die Menschen mit dem Tageslicht leben und Uhrzeit ein Fremdwort ist. Dann werden die Patienten gewogen und ihr Blutdruck wird gemessen. Jeder Messwert wird akribisch in einer Patienten-Akte eingetragen. Danach folgt ein Vortrag über gesunde, vitaminreiche Ernährung und darüber, wie man mit heimischen Produkten das angegriffene Immunsystem stärkt.

Der Zusammenhalt zählt

Wer: Daniel Scheschkewitz Wann: Juni 2009 Wo: Chikuni Sambia Was: Mitglieder der kollektiven Selbsthilfe Gruppe Batik-Textilien

Ein kleiner Nebenverdienst durch Batik

Hilfe für Aids-Kranke kommt in Sambia häufig nicht vom Staat sondern von Selbsthilfe-Projekten, die von karitativen Organisationen ins Leben gerufen und unterstützt werden. So auch die Batikgruppe der Dorf-Frauen von Chikuni. Durch den Verkauf ihrer Textilien, die mit einer speziellen Technik gefärbt werden, können die Gruppenmitglieder auf lokalen Märkten Geld verdienen und das schmale Haushaltsbudget aufbessern. Diese Erfahrung hat auch die Aids-Kranke Patricia Hichimbanda gemacht, die seit 2006 in der Batikgruppe mitarbeitet. "Wenn wir unsere Batiktücher verkaufen, teilen wir den Profit unter uns auf. Dann kaufen wir für unsere jeweiligen Haushalte Dinge wie Decken oder Kochgeschirr und auch die zusätzliche Nahrung, die HIV-positive Personen brauchen."

Die Frauen haben echten Unternehmergeist entwickelt. Am wichtigsten aber ist ihnen das Gefühl, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind.

Autor: Daniel Scheschkewitz

Readaktion: Peter Koppen

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