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Kultur

Aids-Konferenz: Kampf dem "großen Drachen"

In einer viel beachteten Rede hat Bill Clinton in Mexiko-Stadt eindringlich für den Kampf gegen Aids geworben. Die Sorglosigkeit der Menschen bleibe eine große Gefahr, heißt es in einer aktuellen Studie.

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Hielt eine flammende Rede in Mexiko: Ex-US-Präsident Bill Clinton

Die Immunschwächekrankheit sei ein "großer Drachen", der "von Millionen und Abermillionen Kämpfern" besiegt werden müsse, sagte Clinton am Dienstag (5.8.2008) in Mexiko. Weniger metaphorisch fuhr der ehemalige US-Präsident in seinem von tausenden Zuhörern begeistert aufgenommenen Beitrag mahnend fort: "Wir wissen, dass noch viel zu tun ist, um die Vorbeugung und Behandlung von Aids voranzubringen, um die Gesundheitssysteme in den Entwicklungsländern zu stärken."

Zudem kündigte Clinton an, seine Aids-Stiftung werde sich in ihrem Kampf vor allem auf die Vereinigten Staaten konzentrieren. Einer Studie zufolge seien in den USA 40 Prozent mehr Menschen an Aids erkrankt als bislang angenommen. "Das sollte eine Warnung für Amerikaner sein", begründete er diese Entscheidung.

Die 17. Internationale Aids-Konferenz wurde am Sonntag von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon eröffnet. An der Konferenz, die bis zum Freitag dauert, nehmen 25.000 Experten teil, um über bessere Maßnahmen gegen die Immunschwäche-Krankheit zu beraten.

Die Gefahr der Sorglosigkeit

Logo der Aids Konferenz in Mexiko 2008

In Mexiko-Stadt beraten 25.000 Experten über den gemeinsamen Kampf gegen Aids/HIV

Angesichts von rund 2,5 Millionen Neuinfektionen pro Jahr warnt das Medizinfachmagazin "The Lancet" vor der Sorglosigkeit im Umgang mit Aids. Eine im Rahmen der Konferenz vorgestellte Studie kritisiert die gängigen Angaben über das Risiko von HIV-Infektionen von Heterosexuellen.

Meist werde davon ausgegangen, dass die Infektionsrate beim Geschlechtsverkehr einer nicht-infizierten mit einer infizierten Person bei 1 zu 1000 liege. Gerade in instabilen Partnerschaften mit vielen Risikofaktoren treffe dies nicht zu. Das Risiko könne sich unter solchen Umständen bis um das Hundertfache erhöhen.

Einen Hang zur Sorglosigkeit stellt auch SPD-Gesundheitsexperte Wolfgang Wodarg fest. Seine Kritik trifft vor allem die Pharma-Industrie. Mit ihrer Erfolgswerbung, dass man mit der Krankheit bis zu 40 Jahre weiterleben könne, wecke sie die Hoffnung, dass Aids gar nicht mehr so schlimm sei. "Und das ist natürlich eine fürchterliche Nebenwirkung", sagte Wodarg in einem Interview mit NDR Info. Daher spreche er sich für ein generelles Werbeverbot für Medikamente aus.

33 Millionen Infizierte

Weltweit sind mehr als 33 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Die Mehrheit der Infizierten, rund 95 Prozent, leben in Entwicklungsländern. Seit ihrer Entdeckung vor 27 Jahren sind der Krankheit rund 25 Millionen Menschen zum Opfer gefallen. (jbi)

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