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Kultur

AIDS-Konferenz: Hoffnung ohne Durchbruch

Die internationale Aids-konferenz in Mexico City ist zu Ende. 25.000 Fachleute tauschten Erfahrungen aus und entwarfen neue Strategien. Mit durchwachsenem Erfolg, meint Helle Jeppesen.

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Die gute Nachricht: Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Die Schlechte: Wir stehen immer noch am Anfang des AIDS-Tunnels.

Langsam gehen die Zahlen zurück: Für die AIDS-Konferenz in Mexico City kam die Meldung, dass die Anzahl der Menschen, die jährlich an AIDS sterben, in den letzten zwei Jahren rückläufig war. Das kann zum Teil mit der Statistik zusammenhängen, doch auch Experten des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gehen davon aus, dass der leichte Rückgang vor allem darauf zurückzuführen ist, dass mehr Menschen heute Zugang zur medizinischen Behandlung haben.

Nicht in realistischer Reichweite

Ein Impfstoff ist nach wir vor nicht in realistischer Reichweite, doch die Lebenserwartung behandelter HIV-Patienten ist innerhalb von zehn Jahren um 13 Jahre gestiegen. Nun geht es vor allem darum, diese Behandlungsmöglichkeiten allen AIDS-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Das Versprechen "3-by-5“ - Drei Millionen im Jahr 2005 - hat die Internationale Staatengemeinschaft nicht einhalten können, doch mit Initiativen wie "Debt2Health“ - Schuldenerlass unter der Bedingung, dass die jeweiligen Länder einen Teil der erlassenen Schulden in den eigenen Gesundheitssystemen investieren - versucht man nun neue Wege zu finden, um nicht nur AIDS, sondern auch die anderen Seuchen Tuberkulose und Malaria zu bekämpfen.

Teilhabe von Frauen

Die Bundesregierung will in den kommenden zwei Jahren diese Initiative mit bis zu 200 Millionen Euro unterstützen. Gleichzeitig arbeitet sie weiter mit der so genannten Backup-Initiative, die gezielt die Teilhabe von Frauen an den Programmen der HIV/AIDS-Bekämpfungsprogramme fördern will.

Alles ermutigend - doch noch sind wir weit von dem Ziel entfernt: Jedem AIDS-Patienten eine medizinische Behandlung anbieten zu können. Es fehlen nicht nur Medikamente, sondern in den ärmsten Ländern vor allem auch an Gesundheitspersonal. Und es fehlt nicht nur an Geld, sondern auch nach 25 Jahren an Aufklärung.

Die Themen der internationalen AIDS-Konferenz in Mexico sind Weichen für den weiteren Kampf gegen die Seuche: Ein Ausbau der Gesundheitssysteme auch in den ärmsten Ländern, gezielte Programme für Frauen und ein Ende der Stigmatisierung.

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