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Welt

AIDS in Tansania – der Kampf gegen ein Tabu

In Afrika spricht man über AIDS, nicht aber über Sex. Sex ist ein Tabuthema. Deshalb spricht man auch nicht über die unglücklichen Folgen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr: Fast jeder fünfte in Afrika hat Aids.

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Viele Aidswaisen stecken sich im Teufelskreis von Armut, Gewalt und Prostitution selbst mit Aids an.

Tabus versus Vernunft


“In manchen afrikanischen Ländern werden Männer ermutigt, mit vielen Partnerinnen Sex zu haben, beim Experimentieren beweist man seine Männlichkeit,„ weiß die afrikanische Psychologin Agnes Runganga. Tradierte Verstellungen und Bräuche haben lange zur Verharmlosung von AIDS beigetragen, medizinisch Erkenntnisse wurden als reine Erfindung verschrien. So konnte sich die Immunschwäche AIDS fast ungebremst ausbreiten. Nur wenige schützten sich vor einer Ansteckung, weil Leichtgläubigkeit und Tabus stärker sind als alle Vernunft.

Aber nicht nur Erwachsene, sondern auch immer mehr Kinder bezahlen die Tabus mit ihrem Leben. Schätzungsweise 60.000 Babys in Tansania werden jährlich mit dem tödlichen Virus geboren. Die meisten erleben nicht einmal ihren zweiten Geburtstag.

Dort bildet AIDS oft einen Teufelskreis aus Armut, Gewalt und Prostitution. Vor allem Straßenkinder haben wenige Chancen sich vor einer Infektion mit dem AIDS-Virus zu schützen. Um zu überleben, müssen sie ihre Körper anbieten. Oder nehmen Drogen, um das Elend zu verdrängen. Allein in Daressalam leben 4.000 Kinder auf der Straße, viele von Ihnen sind AIDS-Waisen.

„Wamata“ - „Leute, die AIDS in Tansania bekämpfen“.

In Tansania bemüht sich ein Projekt mit dem Name „Wamata“, den AIDS-Kranken eine Perspektive zu geben. Der Name Wamata ist Kisuaheli und bedeutet „Leute, die AIDS in Tansania bekämpfen“.

Die Mitarbeiter von Wamata treten an verschiedenen Schulen auf und spielen auf den Straßen die Straßentheaterstücke. Dadurch wollen sie besonders die jüngeren Zuhörer erreichen. Denn viele Jugendliche sind schon früh sexuell aktiv. In Tansania hat jedes zweite Schulmädchen mit 15 Jahren Sex. Inzwischen haben viele Jugendliche erkannt, dass die verlogene Verschwiegenheit der Erwachsenen die Situation nur noch verschlimmert.

Es ist noch weit bis zum Ziel

Die wachsende Zahl von Aufklärungsprogrammen ist ein guter Start im Kampf gegen AIDS. Der Erfolg wird allerdings oft durch die Armut der Betroffenen zunichte gemacht.

„Wenn ein Kind Hunger leidet, unglücklich ist, keine Kleider hat, nicht zur Schule geht, und ich es über AIDS aufkläre, kann ich nicht sofort eine Verhaltensänderung erwarten. Daher müssen wir zunächst die anderen Bedürfnisse befriedigen, bevor wir ein Kind erfolgreich vor HIV schützen können.“ Beklagt Nasrin Siege, Mitarbeiterin von Dogodogo Zentrum in Daressalam.

Übrigens fehlt vielen Politikern die Erkenntniss, dass Aids ein vielfältiges Problem ist. Und viele nichtstaatliche Organisationen sind untereinander nicht gut koordiniert. Alles das verhindert, die rasch anwachsende Zahl der HIV-Infizierten in Zaum zu halten.

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