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Fokus Osteuropa

Aids breitet sich in Russland rasant aus

Die Anzahl HIV-Positiver in Russland hat fast eine Million erreicht, erklärten in Moskau die Veranstalter einer Aids-Aufklärungskampagne. Sie wiesen darauf hin, dass zunehmend Frauen gefährdet sind.

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Die meisten Aids-Infizierten sind junge Menschen unter 30 Jahren.

Russland ist eines der ersten Länder der ehemaligen Sowjetunion, wo eine safer sex-Kampagne begonnen hat. Erstmals nahmen sich Soziologen und Medienvertreter 1997 dieser Frage an. Aber Aids breitete sich seitdem in Russland rasant aus. Das Land weist derzeit eine der höchsten Raten von Neuansteckungen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit weltweit auf.

Zielgruppe junge Menschen

Die jüngste Aids-Aufklärungskampagne wurde von der nichtstaatlichen humanitären Aids-Stiftung Ost-West und der russischen Stiftung für soziale Entwicklung und Gesundheitsschutz Fokus-Media durchgeführt. Die meisten Aids-Infizierten sind junge Menschen unter 30 Jahren. Experten kamen zum Ergebnis, dass die russischen Jugendlichen heute in der Lage sind, offen über safer sex zu sprechen. Die Zielgruppe der Kampagne sind demnach junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren. Nach Angaben der Forscherin Irina Bereschnowa begrüßen mehr als 60 Prozent der Russen die Kampagne. Bereschnowa sagte: "Wir führen zwei Telefonumfragen durch, vor dem Start der Kampagne und nach Abschluss der Kampagne. Ziel ist es, herauszufinden, ob die Kampagne effektiv war, und ob sie das Bewusstsein und Verhalten der jungen Menschen verändert hat."

Projekte in zehn Regionen

Bis 2001 breitete sich HIV vor allem unter Drogenabhängigen aus, aber seitdem steigt Experten zufolge die Zahl der Neuinfizierten durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr stark an. Die Koordinatorin der Aufklärungskampagne, Oksana Barkalowa, betonte, dass in einigen russischen Regionen vor allem Frauen einem erhöhten Risiko ausgesetzt seien. Sie sagte: "In zehn Regionen wird es das Projekt Globus geben. Dazu zählen die Gebiete Sankt Petersburg, Tomsk, Twer, Pskow, die Republik Tatarstan, Krasnojarsk, die Republik Burjatien, Nischnij Nowgorod und Wolgograd. Wir sind der Ansicht, dass man jungen Frauen mehr Aufmerksamkeit widmen muss, weil die Aids-Verbreitung in Russland den Rahmen marginaler Gruppen verlassen hat. Das Risiko für junge Frauen steigt."

Hauptübertragungswege sind bekannt

Zugang zu Informationen zu gewähren, wie man seine Gesundheit schützen kann, ist das Hauptziel der Aufklärungskampagne. Diesjährigen Umfragen zufolge kennen 90 Prozent der Menschen die Hauptübertragungswege für Aids. Nur zwei Prozent der Befragten sagten, sie hätten kein Geld für Kondome. Die Kampagne wurde in Städten und auf dem Lande durchgeführt. Der Wissensstand der Menschen über Aids unterscheide sich dort kaum voneinander, so die Veranstalter der Aufklärungskampagne.

Jekaterina Abramowa, Moskau
DW-RADIO/Russisch, 16.6.2005, Fokus Ost-Südost