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Aktuell Deutschland

Ai Weiweis Blick auf Deutschland

Bei der Biennale in Venedig 2013 will sich Deutschland weltoffen zeigen: Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei und drei weitere internationale Künstler sollen den Deutschen Pavillon gestalten.

Der Künstler Ai Weiwei fotografiert mit seinem Handy Quelle: dpa

Ai Weiwei

Das Konzept für den Deutschen Pavillon soll Ai entwerfen. "Es ist wirklich eine Ehre", sagte der Künstler der Nachrichtenagentur dpa in Peking: "Ich habe die Einladung akzeptiert." Ob der Regimekritiker persönlich nach Venedig reisen kann, ist aber weiter offen. Noch steht er in China unter Hausarrest. Die Kuratorin des Projektes, die Frankfurter Museumsdirektorin Susanne Gaensheimer, hat Ai daher gebeten, das Konzept so zu gestalten, dass auch andere Künstler es realisieren könnten. Es sei noch "völlig unabsehbar", ob er einen Pass bekomme, sagte Gaensheimer.

Blick der Anderen auf Deutschland

Die Kuratorin hat sich bewusst für internationale Künstler als Repräsentanten Deutschlands entschieden: “Es gibt natürlich wahnsinnig viele sehr gute deutsche Künstler, die den Pavillon bespielen könnten, aber mir ging es darum aufzuzeigen, dass die Kunstwelt in Deutschland sehr stark geprägt ist von einem internationalen Netzwerk“, sagte sie. Sie erhoffe sich, dass die Künstler den “Blick der Anderen“ auf Deutschland aufzeigen.

Video ansehen 01:04

2011 gewann der Deutsche Pavillon den Goldenen Löwen (04.06.2011)

Neben dem chinesischen Künstler und Bürgerrechtler Ai beauftragte Gaensheimer noch die Inderin Dayanita Singh, den Südafrikaner Santu Mofokeng und den Deutsch-Franzosen Romuald Karmakar. Die vier Künstler verträten unterschiedliche Kunstgattungen, erläuterte die Kuratorin. "Ai Weiwei wird was Skulpturales machen, Singh zeigt eine Diaprojektion, Mofokeng Fotos und Karmakar Filme, die es in sich haben."

Inspiriert von Schlingensief

Zu der Entscheidung, internationale Künstler zu beschäftigen, habe sie der verstorbene Theater- und Filmregisseur Christoph Schlingensief inspiriert, sagte die Direktorin des Frankfurter Museums für Moderne Kunst (MMK).

Der Regisseur Christoph Schlingensief (r) fotografiert neben Francis Kere, dem Architekten des Operndorfes, in Burkina Faso (Foto undatiert). Quelle: dpa

Christoph Schlingensief hat die deutsche Biennale Kuratorin inspiriert, nationale Identitäten zu überwinden

Schlingensief habe Gaensheimer dazu gebracht, “die nationale Identität in Frage zu stellen.“ Künstlerisches Schaffen in Deutschland sei schließlich heute von vielfältigen Arten der Zusammenarbeit zwischen Künstlern aus aller Welt geprägt. Daher dürfe sich Deutschland bei der 55. Biennale nicht als "hermetische nationale Einheit" präsentieren.

2011 hatte die Kuratorin bereits den Deutschen Pavillon verantwortet. Damals hatte sie Schlingensief dazu vorgesehen, ihn zu gestalten. Doch dazu kam es nicht, weil der Regisseur 2011 seinem Lungenkrebs erlag. Daraufhin inszenierte Gaensheimer seine Werke gemeinsam mit dessen Witwe und einigen seiner Vertrauten. Der Beitrag wurde mit dem Goldenen Löwen für den besten Länderpavillon ausgezeichnet.

nem/gmf (dpa, dapd, afp)

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