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Kunst

Ai Weiwei zeigt riesiges Flüchtlings-Schlauchboot in Prag

Der chinesische Künstler und Aktivist Ai Weiwei beschäftigt sich erneut mit dem Schicksal von Flüchtlingen. Seine bisher größte Installation ist aktuell in der tschechischen Nationalgalerie zu sehen.

Der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei präsentiert seine neue Einzelausstellung "Law of the Journey" in der tschechischen Nationalgalerie in Prag. An Drahtseilen hängt seine bisher größte Installation: ein 70 Meter langes Schlauchboot, auf dem 258 überlebensgroße, aufblasbare Figuren sitzen.

Das Museum beschreibt die Ausstellung als eine "vielschichtige, monumentale Aussage über die menschliche Existenz". Sie sei der künstlerische Ausdruck von Empathie und moralischer Betroffenheit angesichts unaufhörlicher, unkontrollierter Zerstörung und Blutvergießen.

Der Ort der Ausstellung ist historisch aufgeladen: Während des Zweiten Weltkriegs diente das Gebäude der Nationalgalerie als Sammelplatz für Juden, bevor sie ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden.

Den 59-Jährigen inspirierte das Schicksal von Geflüchteten bereits zu mehreren großen Installationen. Anfang 2016 errichtete er in Berlin ein Mahnmal für im Mittelmeer ertrunkene Flüchtlinge aus tausenden Rettungswesten, die er an den Säulen des Konzerthauses am Gendarmenmarkt anbrachte.

Im vergangenen Jahr besuchte Ai Weiwei etwa 40 Flüchtlingslager und Fluchtrouten, unter anderem an der amerikanisch-mexikanischen und türkisch-syrischen Grenze. Die dabei entstandene Dokumentation "Human Flow" soll in diesem Jahr fertiggestellt werden.

"Es gibt keine Flüchtlingskrise, nur eine menschliche Krise", sagte Ai bei der Eröffnung der Prager Ausstellung. "Im Umgang mit Flüchtlingen haben wir unsere Grundwerte verloren", kritisierte er. Die Ausstellung "Law of the journey" ist noch bis zum 7. Januar 2018 in der tschechischen Nationalgalerie zu sehen.

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