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Kunst

Ai Weiwei plant Flüchtlings-Mahnmal

Der berühmte chinesische Künstler Ai Weiwei will ein Monument für die ums Leben gekommenen Flüchtlinge bauen - auf der Insel Lesbos. Er hat sich bereits vor Ort selbst ein Bild von dem Flüchtlingsdrama gemacht.

Die verzweifelte Situation der vielen tausend Flüchtlinge, die über das Mittelmeer versuchen, einen sicheren Hafen zu erreichen, beschäftigt auch den chinesischen Künstler und Menschenrechtsaktivisten Ai Weiwei, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa berichtet. Er selbst hat sich vor Ort auf der griechischen Insel Lesbos ein genaues Bild von der Lage dieser Menschen gemacht.

"Das, was ich gesehen habe, hat mich als Mensch und als Künstler berührt", sagte er jetzt in Athen. Er suche nach Sponsoren für sein geplantes Mahnmal. Von der genauen Form habe er noch keine konkreten Vorstellungen. "Die Lage ist nicht leicht, und alles ist noch in Entwicklung", sagte er der Agentur.

Ai Weiwei am strand von Lesbos (Foto: picture alliance/AP Photo/S. Palacios)

Ai Weiwei am Strand von Lesbos

Ai Weiwei hat bereits ein Atelier für die Arbeit auf Lesbos angemietet. Auch seine Studenten aus Berlin werden sich an dieser künstlerischen Aktion beteiligen. Für den Künstler, der inzwischen eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste (UdK) innehat, ist das geplante Mahnmal auch ein politisches Statement. "Wir erleben ein historisches Ereignis, und ich als Künstler muss mich beteiligen", erklärte er vor der Presse in Athen.

Fertigstellung bis Jahresende geplant

Nach offiziellen Angaben der Behörden sind 2015 mehr als 850.000 Menschen über die Ägäis nach Europa geflüchtet. Mehr als 500 Flüchtlinge seien dabei ertrunken. Bis zum Jahresende könne das Monument für die Flüchtlinge fertig werden, erklärte der Künstler.

Nachdem der weltweit bekannte Ai Weiwei 2015 seinen Pass wieder bekommen hatte, reiste er nach Berlin, wo er inzwischen mit seinem Sohn Lao Ai und seiner Frau lebt.

hm/gri (dpa, afp)

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