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Kultur

Ai Weiwei plant Flüchtlings-Mahnmal aus Rettungswesten in Berlin

Der chinesische Künstler Ai Weiwei will in Berlin ein Mahnmal aus tausenden Rettungswesten errichten - zum Gedenken an die vielen Flüchtlinge, die auf ihrem Weg nach Europa ertranken.

Insgesamt 14.000 Rettungswesten soll Ai Weiwei für sein Vorhaben von der griechischen Insel Lesbos, wo viele Flüchtlinge erstmals europäischen Boden betreten, bekommen haben, meldeten Agenturen. An den Stränden der Insel lassen viele Flüchtlinge ihre Westen zurück. Oft handelt es sich um Billigwesten aus der Türkei, die bei einem Bootsunglück völlig nutzlos sind. Mit dem Kunstprojekt in der deutschen Hauptstadt wolle Ai Weiwei auf das "Verbrechen" aufmerksam machen, "das Tag für Tag von skrupellosen Menschenschmugglern in der Ägäis verübt wird", wird der Künstler zitiert.

Griechenland Ai Weiwei hilft Flüchtlinge auf Lesbos

Ai Weiwei bei Flüchtlingen auf Lesbos

Schon im Januar hatte Ai Weiwei, der eine Gastprofessur an der Berliner Universität der Künste hat, von einem Mahnmal für Flüchtlinge auf Lesbos gesprochen. "Viele Menschen haben in den Wellen ihr Leben verloren, wir brauchen ein Denkmal", zitiert ihn die Nachrichtenagentur AFP. Der Künstler habe dort bereits ein Atelier eingerichtet.

Nachgestelltes Foto erregte Aufsehen

Erst diese Woche hatte Ai Weiwei für Aufsehen gesorgt, als er sich für das Magazin "India Today" am Strand von Lesbos fotografieren ließ. Dabei stellte er das Bild des ertrunkenen Flüchtlingsjungen Aylan Kurdi nach, das im September um die Welt gegangen war.

Lesbos Strand Ai Weiwei Alan Kurdi Bild

Ai Weiwei in der Pose eines ertrunkenen Flüchtlingsjungen

Die Leiche des dreijährigen syrischen Jungen, der bei der Überfahrt nach Griechenland ertrunken war, wurde an einen türkischen Strand geschwemmt.

Im Jahr 2015 haben mehr als eine Million Menschen in Europa Zuflucht vor Krieg und Elend in Ländern wie Syrien, Afghanistan, Irak oder Erithrea gesucht. Die meisten von ihnen kamen über die Inseln im Osten der Ägäis. Auf der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ertranken 2015 fast 700 Menschen, die meisten davon Kinder.

sd/as (dpa/afp/epd)

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