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Politik

Ahmadinedschad führt bei Wahl "uneinholbar"

Bei der Präsidentenwahl im Iran liegt Staatschef Ahmadinedschad - laut Teilergebnissen - klar in Führung. Aber auch sein schärfster Rivale Mussawi reklamiert den Sieg für sich.

Mahmud Ahmadinedschad (Foto: AP)

Mahmud Ahmadinedschad

Wie das Innenministerium in Teheran am Samstagmorgen (13.06.2009) mitteilte, entfielen auf Ahmadinedschad rund 65 Prozent der Stimmen. Sein reformorientierter Herausforderer Mir Hossein Mussawi kam demnach auf etwas mehr als 30 Prozent. Fast alle Stimmen sollen inzwischen ausgezählt worden sein - so jedenfalls die offizielle Darstellung.

Wahlmanipulationen?

Mir Hossein Mussawi (Foto: AP)

Mir Hossein Mussawi

Ex-Regierungschef Mussawi erklärte auf einer Pressekonferenz, er habe die Wahl vom Freitag "definitiv gewonnen". Dafür gebe es "Anzeichen aus dem ganzen Iran". Außerdem sprach er von Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe und deutete an, die Wahl möglicherweise anzufechten. So sei einigen seiner Anhänger der Zugang zu Wahllokalen verwehrt worden.

Ein Wahlbeobachter meinte: "Keiner hat ausgeschlossen, dass Ahmadinedschad als Amtsinhaber die Wahlen gewinnen könnte, aber dass er so klar gewinnt, ist schon eigenartig."

Sollte der Präsident tatsächlich mehr als 50 Prozent der Stimmen geholt haben, wäre die Präsidentenwahl schon im ersten Durchgang entschieden. Eine Stichwahl am kommenden Freitag zwischen den beiden Bestplatzierten der insgesamt vier Kandidaten wäre dann nicht erforderlich.

Hohe Wahlbeteiligung

Iranerinnen bei der Stimmabgabe (Foto: AP)

Wegen des Massenandrangs in den Wahllokalen war die Abstimmung um sechs Stunden verlängert worden - bis Mitternacht Ortszeit. Die Wähler mobilisiert hatte vor allem der in Medien und Internet erbittert geführte Wahlkampf zwischen Ahmadinedschad und Mussawi. Insgesamt waren rund 46 Millionen Iraner zur Stimmabgabe aufgerufen. Das Innenministerium prognostizierte eine Wahlbeteiligung von deutlich mehr als 70 Prozent. In vielen Wahllokalen waren schon am Mittag die Stimmzettel ausgegangen.

Kurswechsel in Sicht?

Die Abstimmung über den neuen iranischen Präsidenten wird im Westen mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt die Islamische Republik seit langem, heimlich am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Ahmadinedschad hatte sich im Streit um das Nuklearprogramm seines Landes stets kompromisslos gezeigt. Im Falle eines Wahlsieges des gemäßigten Mussawi hatte der Westen auf einen Kurswechsel gehofft.

Der Iran ist nicht nur militärisch ein entscheidender Faktor in Südwest-Asien, sondern hat auch große wirtschaftliche Bedeutung. Das Land ist der viertgrößte Öllieferant der Welt. Beim Erdgas verfügt die Islamische Republik über 15 Prozent der weltweiten Reserven. Trotz der reichen Vorkommen leben etwa 40 Prozent der Iraner unterhalb der Armutsgrenze. (wa/kle/dpa/ap/rtr/ap)

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