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Pressemitteilungen

„Afro.Deutschland“: Premiere der DW-Dokumentation in Berlin

„Als Kind wollte ich weiß sein“, sagt die Journalistin und Moderatorin Jana Pareigis. Ihr Film „Afro.Deutschland“, eine Produktion der Deutschen Welle (DW), erzählt die Geschichten schwarzer Menschen in Deutschland.

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Trailer zu Afro.Deutschland

Am Donnerstag, 9. März, kamen rund 300 Gäste zur Premierenfeier von „Afro.Deutschland“ in einem Berliner Kino. Die DW strahlt den Film ab 26. März auf Deutsch und Englisch, Spanisch und Arabisch aus.

DW-Intendant Peter Limbourg begrüßte die Premierengäste aus Gesellschaft und Politik: „Wir senden für Menschen im Ausland, aber ich glaube, dass dieser Film auch für Deutschland besonders wichtig ist. Es gibt mittlerweile rund eine Million Menschen mit schwarzer Hautfarbe in Deutschland. Glücklicherweise fühlen sich die wenigsten von ihnen als Opfer von offenem Rassismus und Gewalt. Doch obwohl Deutschland ein tolerantes und weltoffenes Land ist, sind wir noch lange nicht da, wo wir sein sollten.“

Wilhelm Heitmeyer, Professor für Sozialisation am Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld, brachte es auf den Punkt: Menschen mit schwarzer Hautfarbe erfahren eine „Abwertung durch die Gesellschaft. Rechtspopulisten verstehen es, die Mentalitäten hinter den Gardinen zu bündeln.“ Begriffe wie „völkisch“ würden „taktisch eingesetzt“. Es sei Alarm angesagt, „denn manche sind nur still, bis sie glauben, in einer Mehrheit zu sein. Das führt zur Normalisierung gefährlicher Entwicklungen und damit wird die Würde des Menschen antastbar.“

Karamba Diaby, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Halle/Saale, mahnte: „Wir müssen Position beziehen. Wann immer ich die Möglichkeit habe, thematisiere ich Rassismus.“ Es gebe immer noch Menschen in Deutschland, die ihm Vorwürfe machten: „Der sitzt im Bundestag, aber schimpft immer noch über Rassismus.“

Doku mit Samy Deluxe und Gerald Asamoah

„Afro.Deutschland“ verknüpft biografische Erfahrungen mit historischen Informationen. Jana Pareigis (35) schildert ihren Lebensweg als adoptiertes Kind und wie sie lernte, mit Ausgrenzung und Rassismus umzugehen. Sie spricht mit schwarzen – teilweise prominenten – deutschen oder hier lebenden Menschen über ihre Erlebnisse. Experten erläutern die Entstehung rassistischen Gedankenguts und den Umgang der deutschen Gesellschaft mit solchen Tendenzen.

In der DW-Dokumentation trifft Pareigis unter anderem den Hamburger Musiker Samy Deluxe und Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah. Der Sportler erzählt, wie er darüber nachdachte, die DFB-Auswahl zu verlassen. Denn selbst nach dem „Sommermärchen“ der WM 2006 war er immer wieder mit dem Rassismus mancher Fußballfans konfrontiert. 

Der 92-jährige Autor und Schauspieler Theodor Wonja Michael erzählt, wie er als Kind in sogenannten „Völkerschauen“ auftreten musste. In der NS-Zeit galt für ihn: nicht auffallen – so gut es ging. Michael: „Mit dem Gesicht kann man sich nicht unsichtbar machen. Aber ich habe es versucht.“ 

Jana Pareigis interviewt in ihrem Film auch einen Flüchtling, der Opfer rechter Gewalt wurde, und besucht das Bundestreffen der „Initiative Schwarze Menschen in Deutschland“. Mit Esther Donkor, Gründerin des Onlinemagazins „KrauseLocke“, spricht Pareigis über Schönheitsideale und Selbstakzeptanz.

Regie führten Jana Pareigis, Susanne Lenz-Gleißner und Adama Ulrich, die Redaktion hatte Rolf Rische.  

Die Deutsche Welle stellt die Dokumentation der „Stiftung gegen Rassismus“ zur Verfügung. Institutionen und Vereine können den Film im Rahmen von Veranstaltungen vorführen. www.stiftung-gegen-rassismus.de

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