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Top-Thema – Podcast

Afrikas Wirtschaft im Aufschwung

Die Wirtschaft in vielen Ländern Afrikas wächst stärker als in Europa. Trotzdem haben deutsche Firmen oft Angst, in Afrika zu investieren. Denn viele politische Systeme sind dort noch instabil.‎

Viele Länder Afrikas haben ein großes wirtschaftliches Potenzial. Das liegt unter anderem daran, dass ihre Mittelschicht wächst. Zwar kommt für viele Afrikaner der Kauf von teuren Möbeln oder Autos noch immer nicht in Frage, aber sie können sich mehr als nur das Überlebensnotwendige leisten, so Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und Mitautor einer Untersuchung über Afrikas Wirtschaftswachstum.

Das Bevölkerungswachstum in Afrika muss deshalb nicht automatisch negativ gesehen werden. Denn nach Reiner Klingholz kann eine größere berufstätige Bevölkerung auch mehr konsumieren. Er erklärt: "Wenn es gelingt, den hohen Anteil an Erwerbsfähigen auch mit Jobs zu versorgen, dann können auch die afrikanischen Länder eine sehr gute Entwicklung einschlagen."

Auch Michael Monnerjahn vom Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft sieht das große Wirtschaftspotenzial des Kontinents. Er ist davon überzeugt, dass der steigende Bedarf an günstigen Konsumgütern in Afrika für deutsche Unternehmen interessant ist. Abschreckend wirken allerdings die instabile politische Lage und die schlechten Lebensbedingungen in vielen afrikanischen Staaten auf Investoren aus dem Ausland.

Für Michael Monnerjahn ist sicher, dass Rechtsstaatlichkeit und Demokratie wichtige Kriterien für gute Handelsbeziehungen sind. Er erklärt aber auch, dass dies vor ein paar Jahren noch anders gesehen wurde. Denn damals bestand die Auffassung, dass vor allem autokratische Staaten wie zum Beispiel Libyen zuverlässige Partner für die deutsche Wirtschaft sind. Doch jetzt musste man sich eingestehen, dass diese letztlich keine Garantie für Stabilität sind.


Glossar

Aufschwung, der – hier: das große Wachstum der Wirtschaft

in etwas investieren – hier: Geld für etwas ausgeben, um später einen Gewinn zu machen

instabil – hier: so, dass die politische Situation sehr leicht außer Kontrolle geraten kann

Potenzial, das – die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln

Mittelschicht, die – der Teil der Bevölkerung, der gebildet ist und dem es finanziell gut geht

etwas kommt für jemanden nicht in Frage – etwas ist für jemanden keine Möglichkeit

sich etwas leisten können – in der Lage sein/reich genug sein, für etwas Geld auszugeben

Überlebensnotwendige, das – das Minimum von etwas (z. B. Essen), ohne das man nicht weiter leben kann

konsumieren – verbrauchen; ein Produkt kaufen

Anteil, der – der Teil einer Sache oder Gruppe

Erwerbsfähige, der/die – jemand, der in der Lage ist (z. B. wegen seines Alters) zu arbeiten

eine Entwicklung einschlagen – hier: sich in eine bestimmte Richtung entwickeln

steigend – hier: so, dass etwas immer größer wird

Bedarf, der – die Menge von etwas, das man braucht

etwas wirkt abschreckend – etwas scheint so negative Folgen zu haben, dass man es nicht tut

Lebensbedingungen, die (im Plural) – die Voraussetzungen, unter denen man lebt

Rechtsstaatlichkeit, die – die Tatsache, dass Rechte bestehen, die die Bürger schützen

Kriterium, das (Plural: Kriterien) – die Voraussetzung

es besteht die Auffassung, dass … – es wird angenommen, dass …; man glaubt, dass …

autokratisch – diktatorisch; so, dass nur eine Person oder Gruppe die Macht hat

sich etwas eingestehen – etwas zugeben

Stabilität, die – die Tatsache, dass etwas von Dauer ist und sich nicht schnell ändert


Fragen zum Text

1. Die Wirtschaft in vielen afrikanischen Ländern wächst, weil …

a) es einen großen Bedarf an teuren Autos und Möbeln gibt.
b) es viele deutsche Investoren in Afrika gibt.
c) sich immer mehr Menschen mehr leisten können.

2. Der Bevölkerungswachstum in Afrika muss nicht immer negativ sein, weil …
a) es dann auch viele Investoren gibt.
b) dann mehr Menschen erwerbstätig werden und mehr konsumieren.
c) die Mittelschicht dann automatisch größer wird.

3. Was ist für gute Handelsbeziehungen wichtig?
a) zuverlässige Diktatorenfamilien
b) eine stabile Demokratie
c) ein stabiler Bevölkerungswachstum

4. Welches Wort passt in die Lücke? "Demokratie ist wichtig, … Monnerjahn."
a) nach
b) laut
c) so

5. Welcher der folgenden Sätze entspricht dem Satz "Nach Reiner Klingholz kann eine größere berufstätige Bevölkerung mehr konsumieren" nicht?
a) Eine größere berufstätige Bevölkerung kann mehr konsumieren, lautet Reiner Klingholz.
b) Reiner Klingholz sagt, dass eine größere berufstätige Bevölkerung mehr konsumieren kann.
c) Eine größere berufstätige Bevölkerung kann mehr konsumieren, so Reiner Klingholz.


Arbeitsauftrag
Nach der Studie des Berlin-Instituts sind vor allem folgende Länder die wirtschaftlichen Hoffnungsträger Afrikas: Südafrika, Namibia, Marokko, Tunesien, Ägypten, Senegal, Gambia, Ghana, Gabun und Mauritius. Sucht euch einen der Staaten aus und findet im Internet (z. B. unter www.bmz.de) Informationen über sie. Stellt eure Ergebnisse anschließend im Kurs vor.


Autoren: Philipp Sandner /Stephanie Schmaus
Redaktion: Raphaela Häuser

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