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Afrika

Afrikas nächster Einstein lernt in Kapstadt

Der nächste Einstein könnte aus Afrika kommen. Denn am Afrikanischen Institut für Mathematikwissenschaften (AIMS) in Kapstadt werden junge Talente ausgebildet. Fortschritt durch Mathe ist die Devise der Elite-Schule.

Studenten sitzen am einem Tisch, der mit Papieren bedeckt ist. Foto: AIMS

Reichlich Arbeit: AIMS-Studenten im Seminar.

Statistik, Algebra, Computersimulationen – wer am AIMS, dem Afrikanischen Institut für Mathematikwissenschaften im südafrikanischen Kapstadt studieren will, muss Mathe lieben. Nur die Besten schaffen es auf diese Schule. Einer von ihnen ist Michael Kateregga aus Uganda. Er hat gerade seinen Abschluss gemacht. "Das AIMS-Programm dauert ein Jahr", sagt er. "Es ist ein sehr kompaktes Programm und wir müssen sehr viel Lernstoff bewältigen. Da stehst du ständig unter Druck."

Wie Michael absolvieren jedes Jahr 50 Studenten aus ganz Afrika die anspruchsvollen Kurse. Die Studiengebühren und Lebenshaltungskosten zahlt das Institut. Gepaukt wird auf Englisch. Das AIMS in Kapstadt ist das erste von insgesamt 20 geplanten Exzellenzzentren in ganz Afrika. Die nächsten Elite-Schulen sollen in Senegal, Äthiopien, Ghana und Nigeria eröffnet werden.

Mathe-Genies für den Fortschritt

Ein Dozent sitzt vor einer Tafel. Foto: AIMS

Internationale Atmosphäre: Ein AIMS-Dozent mit Studenten.

Die Dozenten am AIMS in Kapstadt kommen aus aller Welt und sind Ikonen ihrer Fachgebiete, wie Professor Barry Green, der das AIMS-Institut leitet. Zehn Jahre hat der Südafrikaner an der Universität Heidelberg geforscht. Mitte der Neunziger zog es ihn zurück nach Kapstadt. Die Mathematik ist für Green der Schlüssel zu Fortschritt und Entwicklung. "Mathematik ist die Grundlage wissenschaftlicher Arbeit. Das ist überall so, egal ob du in Europa, Afrika, Frankreich oder den USA bist. Wir brauchen junge Talente, die Probleme lösen können", sagt Green.


Als Mitglied des Auswahlkomitees entscheidet Green auch, wer am AIMS studieren darf und wer nicht. Der Wettbewerb ist groß: 400 Bewerber gab es allein im vergangenen Jahr, nur 55 wurden genommen. Die Jury sucht nach Studenten mit sehr guten Bachelor-Abschlüssen in unterschiedlichen Fachbereichen, wie etwa reine Mathematik oder theoretische Physik. Außerdem will das Elite-Institut Studenten aus möglichst unterschiedlichen afrikanischen Ländern anziehen und Frauen fördern. Bereits ein Drittel aller Studierenden sind Frauen.

Uni-Dozenten gesucht

Nach einem Jahr erhalten die Studenten ein Abschlusszeugnis. Mit dem können sie sich für ein Master-Studium oder um eine Promotionsstelle bewerben. Talente, die an einer afrikanischen Universität studieren wollen, haben gute Aussichten auf ein Stipendium vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD). Je nach Land gibt es zwischen 250 und 500 Euro pro Monat. "Das Problem ist, dass in Afrika einfach derzeit zu wenige Hochschulen existieren und viel zu wenig ausgebildete Hochschullehrer da sind. Daher geht uns als DAAD vor allem darum, die Dozenten auszubilden, für all die, die dann irgendwann mal ein Hochschulstudium machen sollen in Afrika", sagt Martina Schulze, Gruppenleiterin für Subsahara-Afrika und Lateinamerika beim DAAD. 25 junge AIMS-Absolventen hat der DAAD in den vergangenen drei Jahren gefördert.

Michael Katerregga sitzt vor einem Laptop. Foto: AIMS

Träumt von einer großen Mathe-Karriere: Michael Katerregga.

Auch Michael Kateregga will weiter studieren, am liebsten Finanzmathematik. "Das ist mein größter Traum. Ich bin von Beruf Lehrer und ich möchte einmal zu Hause in Uganda an einer guten Universität unterrichten.", sagt Michael. Und er hat gute Chancen. Denn die meisten AIMS-Studenten sind gefragt auf dem afrikanischen Arbeitsmarkt.

Autorinnen: Ruth Aine Tindyebwa/Julia Hahn
Redaktion: Daniel Pelz