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Welt

Afrikas Katholiken hoffen auf Reformen

Die Katholische Kirche in Afrika hat großen Zulauf. Viele Gläubige wünschen sich mehr Interesse im Vatikan für den Kontinent.

Wenn die Zahl und der Zeitpunkt seiner Reisen etwas über sein Afrika-Interesse aussagen, dann hatte Afrika keine hohe Priorität für Papst Benedikt XVI. Erst vier Jahre nach seiner Wahl besucht der Papst 2009 ein afrikanisches Land – Kamerun. Dabei ist Afrika einer der "Wachstumsmärkte" der Kirche. "Das Gesicht der katholischen Kirche der Zukunft ist ein afrikanisches", sagt Pete Henriot, der seit 25 Jahren als Priester in Afrika arbeitet.

Fast 18 Prozent aller Afrikaner sind katholisch – und die Zahlen wachsen weiter. Auch die Zahlen der Priester und Ordensleute geht kontinuierlich nach oben. In Krisenstaaten wie der Demokratischen Republik Kongo und dem Südsudan hilft die Kirche, wo der Staat nicht existiert. Zum Beispiel im Gesundheitsweisen: In Afrika gibt es knapp 6.500 katholische Krankenhäuser. Auch politisch ist die Kirche aktiv. Nach seinem umstrittenen Wahlsieg 2011 musste sich beispielsweise Kongos Staatspräsident Joseph Kabila heftige Kritik von Bischöfen gefallen lassen.

Neue Wege beschreiten

Doch auf den künftigen Chef der katholischen Kirche wartet in Afrika eine Menge Arbeit. "Der neue Papst sollte die Kirche in Afrika ermuntern, neues auszuprobieren", sagt Henriot. Dabei denkt er vor allem an Gebete und Messfeiern. "Zum Beispiel sollte er eine Botschaft senden: "Die Liturgie muss nicht ganz genau so sein wie in Deutschland, den USA oder in Rom, wenn sie in Afrika zelebriert wird", sagt Henriot.

Denn: Ave Maria auf Latein oder die starren Routine der katholischen Messen kommen vor allem bei jungen Afrikanern immer weniger an. "Wir sehen, dass in Sambia viele junge Leute zu Pfingstkirchen überlaufen", erzählt Caroline Kaloko. Die 25jährige arbeitet ehrenamtlich als Jugendleiterin für die katholische Kirche in der Hauptstadt Lusaka. Die Pfingstkirchen locken mit Popmusik, Videoleinwänden und temperamentvollen Predigten.

Auch die Sexualmoral der Kirche wird für den neuen Papst ein Dauerbrenner bleiben. "Viele junge Leute fragen sich, warum die Kirche ihnen angesichts der hohen AIDS-Raten nicht gestattet, Kondome zu nutzen", sagt Caroline Kaloko aus Sambia. "Die Kirche muss ihre Positionen besser erklären." Zumindest Papst Benedikt XVI tat sich damit nicht schwer: Auf seiner Kamerun-Reise erzählte er schon auf den Hinflug, dass Kondome im Kampf gegen AIDS völlig nutzlos seien.