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Afrika

Afrikas Kampf gegen Malaria

In Afrika sterben heute viel weniger Menschen an Malaria als noch vor zehn Jahren. Und neue Forschungen im Kampf gegen die Malaria übertragenden Stechmücken versprechen große Erfolge gegen das Sumpffieber.

Die Anopheles-gambiae-Mücke (Foto: dpa)

Forscher suchen nach neuen Medikamenten im Kampf gegen Malaria

Die Erfolgsgeschichten der Malariabekämpfung basieren auf einer Strategie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die vor allem auf Chemie setzt. Das heißt: Medikamente für Infizierte und Schwangere werden eingesetzt sowie Insektengifte, mit denen Moskitonetze imprägniert und die in Häusern versprüht werden. Dieser Ansatz hat aber eine Achillesferse: die Resistenzbildung. Denn die Malaria übertragenden Stechmücken werden flächendeckend gegen Insektizide und Malariaerreger gegen Medikamente immun. So sind die Mücken in Asien und in Afrika bereits resistent gegen gängige Insektengifte und Ärzte müssen teilweise höhere Dosen verabreichen.

Brutstätten bekämpfen

icipe-Forscher Richard Mukubana zeigt eines der Gewächshäuser, in denen unter Realbedingungen experimentiert wird (Foto: DW)

Forscher Mukubana zeigt eines der Gewächshäuser, in denen experimentiert wird

Doch neue Insektengifte und Arzneimittel zu entwickeln, braucht Jahre. Hinzu kommt, dass die blutsaugenden Weibchen der bedrohlichen Anopheles-gambiae-Stechmücken aggressiver werden: Sie stechen immer öfter auch dann, wenn Menschen unter Moskitonetzen schlafen.

Ein Plan B fehlt, meint Christian Borgemeister, Direktor des "International Center of Insect Physiology and Ecology" (icipe) in Nairobi, Kenia. Der Ansatz des Forschungsinstituts: Die Biologie und das Verhalten der Stechmücken genau kennenzulernen, um dann den chemischen Ansatz der Malariabekämpfung zu erweitern. Das Institut forscht bereits seit 13 Jahren an der Erweiterung des Waffenarsenals gegen die Steckmücken. Und es kann Erfolge vermelden: Die Idee der sogenannten "Moskito-Scouts" bewährt sich bereits. Seit 2005 arbeiten 16 dieser Scouts in und um Kenias Hafenstadt Malindi. Sie suchen nach Moskitolarven – in der Stadt etwa in verlassenen Schwimmbädern oder außerhalb des Großstadtgetümmels zum Beispiel in Reisfeldern. Finden sie die Maden der Mücken, geben sie das Insektengift BTI in das Wasser – ein für Menschen und die Umwelt ungefährliches Gift. Mit Hilfe dieser Arbeit ist die Zahl der Malaria-Infizierten und Toten in Malindi drastisch gesunken.

Tödliche Pilze

Das reiche aber nicht, sagt Borgemeister. Man brauche mehr Mittel im Kampf gegen Malaria. Im Fischerdorf Mbita am Viktoriasee suchen seine Kollegen daher weitere Wege, die Stechmückenplage in den Griff zu bekommen. Die Kenianerin Sophie Ondiaka arbeitet mit Pilzen, die zwar Menschen nichts anhaben können, für Stechmücken aber tödlich sind. Diese Pilze können auf Wände aufgetragen werden. Ruhen sich Mücken dort aus, werden sie infiziert und sterben nach einigen Tagen. Die ersten Versuche der Forscherin sind vielversprechend.

Eine Frau in Uganda vor ihrem zerissenen Moskitonetz (Foto: DW)

Moskito-Netze helfen nur bedingt gegen die Stechmücken

Neue Mixtur aus Chemikalien

Der icipe-Experte Richard Mukubana wiederum testet, welche Gerüche die Stechmücken anziehen – oder abstoßen. Eine wichtige Rolle spielt der menschliche Atem. Einerseits belebt das Molekül Kohlendioxid die Moskitos. Nehmen sie dieses Molekül wahr, werden sie aktiv. Andererseits scheinen sich im menschlichen Atem Chemikalien zu befinden, die die Anopheles-gambiae-Mücken abstoßen. Denn sie stechen bevorzugt in der Fußregion und nicht am Kopf. Aufgrund von Experimenten dieser Art stellten die icipe-Forscher in Mbita eine Chemikalien-Mixtur zusammen, die Mücken etwa viermal stärker anzieht als der Geruch von Menschen. Das Insektenforschungsinstitut hat für diese Lösung ein Patent beantragt. Sie könnte also bald erhältlich sein, in Mückenfallen eingesetzt werden und somit erfolgreich Menschen vor Malaria schützen.

Autor: Ralph Ahrens
Redaktion: Stephanie Gebert / Martin Schrader

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