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Europa

Afrikanische Sonne für europäischen Strom

Spaniens Süden ist ein attraktiver Standort für solarthermische Kraftwerke. In Andalusien entsteht derzeit das bislang größte Kraftwerk der Welt. Doch die Unternehmen denken weiter – und setzen auf die Sonne Afrikas.

Solarkraftwerk in Spaniens Wüste

Solarthermisches Parabolrinnenkraftwerk Andasol 1

Vor der Kulisse der schneebedeckten Berge der Sierra Nevada wird eifrig gebaut: Bagger fahren über das staubige Gelände, das etwa so groß wie 70 Fußballfelder ist. Bald sollen hier Sonnen-Kollektoren installiert werden. Neben den Anlagen Andasol 1 und 2 entsteht auf diesem Gebiet Andasol 3.

Sonne und Subventionen

Solarkraftwerk in Spaniens Wüste

Gerade entsteht der dritte Kraftwerkspark Andasol 3

Andasol 1 versorge seit Dezember 2008 knapp 200.000 Menschen mit Strom, erklärt Enrique Martínez Pomar, Direktor für institutionelle Beziehungen im spanischen Büro des Erlangener Unternehmens "Solar Millennium". Im Sommer werde Andasol 2 ans Netz gehen und das dritte Werk werde Ende 2011 Strom produzieren, sagt er weiter. "Am Ende können dann 600.000 Menschen mit Strom versorgt werden."

Spanien mit seiner hohen Sonneneinstrahlung ist für die Firma aus Erlangen der wichtigste europäische Markt: An rund zehn weiteren solarthermischen Kraftwerken wird derzeit gebaut. Attraktiv macht den spanischen Markt allerdings nicht nur die Sonne, sondern auch die Subventionspolitik: Die Regierung in Madrid gewährt eine Einspeisevergütung von 27 Euro Cent pro Kilowattstunde - 25 Jahre lang garantiert.

Afrika versorgt Europa

Neben Spanien sei aber auch das nördliche Afrika interessant, erklärt Enrique Martínez. Dort gäbe es viele freie Flächen mit hoher Sonneneinwirkung. In Ägypten werde bereits an einem Hybridkraftwerk gebaut, das neben solarthermischer Energie auch Erdgas nutze. "Mit diesem Projekt ist uns der Einstieg in den nordafrikanischen Markt gelungen", sagt Martínez.

Andasol in Spanien Solarenergie

Solare Zukunft bis hinter den Horizont

Auch andere Länder in Nordafrika haben das Potenzial der erneuerbaren Energien für sich entdeckt. Algerien beispielsweise habe ein Gesetz zur Förderung von erneuerbaren Energien verabschiedet, sagt Enrique Martínez. "Irgendwann einmal wäre es denkbar, dass eine Reihe solcher Anlagen von Algerien aus ganz Europa versorgt. Es gibt Studien, die besagen, dass in dieser Region eine Fläche von 300 Quadratkilometern ausreicht, um mit dieser Technik genügend Strom für ganz Europa zu produzieren."

Bisher Utopie - bald Realität

Bild von Enrique Martínez Pomar.

Er knüpft für das Erlanger Unternehmen "Solar Millenium" die internationalen Kontakte, Enrique Martínez Pomar.

Strom aus erneuerbaren Energien, der in Nordafrika produziert und über Leitungen nach Europa transportiert wird: Das sei bis vor kurzem noch Utopie gewesen, sagt Enrique Martínez. Inzwischen scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis daraus Realität wird. Ein Unterseekabel zwischen Spanien und Marokko besteht bereits, ebenso eine daran gekoppelte Überlandleitung von Marokko nach Algerien. Theoretisch wäre eine "Strom- Autobahn" nach Europa also möglich.

Doch bis dahin sei es noch ein weiter Weg, sagt Enrique Martínez. Zuerst müssten die drei Andasol-Werke funktionieren und die Energie müsse sich speichern lassen. "Bei Andasol arbeiten wir mit Salzspeichern. In einem weiteren Schritt sind auch andere Speichermethoden denkbar, beispielsweise mit Biomasse. Außerdem glauben wir, dass wir durchaus noch Kraftwerke bauen könnten, die zwei bis dreimal so groß sind." Je weiter diese Technik perfektioniert werde, desto mehr Vertrauen könnten sie auch bei anderen Ländern gewinnen. "Ob die Leitung dann letztlich über Marokko nach Spanien verläuft, ist eigentlich nur noch eine Detailfrage."

Autor: Cornelia Derichsweiler
Redaktion: Richard Fuchs

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