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Welt

Afrikanische Mode in Würzburg

Beim Africa Festival in Würzburg gab es neben viel Musik und Kultur erstmals eine Modenschau, die für Furore sorgte. Mode mit sozialem Engagement, das ist das Motto der senegalesischen Designerin Rama Diaw.

Neben dem Laufsteg drängten sich viele Besucher des Africa Festivals, als fünf junge Frauen die neueste Kollektion der Senegalesin Rama Diaw präsentierten. Jeder wollte dieses Ereignis miterleben und die bunten originellen Kleidungstücke bewundern. Für die 36-jährige Modedesignerin ist ein Traum wahr geworden. Denn Rama Diaw war zum ersten Mal in Würzburg eingeladen. "Seit Jahren bewerbe ich mich schon", erzählt sie, "doch dieses Jahr habe ich eine Überraschung erlebt." Der Direktor habe sie angerufen und gesagt, sie sei "nicht nur angenommen, sondern auch eingeladen". Sie dürfe ihre Modenschau an drei Tagen präsentieren.

Tradition und Moderne verbinden

Die senegalesische Modedesignerin Rama Diaw N'Deye, aufgenommen auf dem Africa-Festival in Würzburg. (Foto: Daniel Karmann dpa/lby)

Modedesignerin Rama Diaw N'Deye

Schon als Kind änderte Rama Diaw ihre Kleider, um daraus originelle Stücke zu machen. 1995 entwarf sie ihre erste Kollektion: Bademoden, allerdings noch ohne Erfolg. Dann fasste die Senegalesin 2009 Fuß in der Modebranche mit ihrer eigenen Marke, "Metiss“, was auf Französisch Mischling bedeutet. Die Modeschöpferin beschreibt ihren Stil als "modern und afrikanisch". Sie nutzt traditionelle Textilien und Muster wie Wax und Indigo, aber mit modernen Schnitten. "So können Afrikanerinnen, die sich von der Tradition etwas entfernen und sich wie Europäerinnen anziehen wollen, trotzdem afrikanische Stoffe mit modernen Schnitten tragen", erklärt die Senegalesin.

Kulturmischung in der Mode

Percussion-Gruppe auf dem Festival (Foto: Daniel Karmann dpa/lby)

Afrikanische Rhythmen - Percussion-Gruppe auf dem Festival

Rama Diaws Mode ist aber nicht nur für Afrikanerinnen gedacht. Sie richtet sich auch an Europäerinnen, für die traditionelle Kleider und Schnitte bisher nicht so attraktiv waren. Bei ihren Modenschauen sind immer sowohl Europäerinnen als auch Afrikanerinnen dabei. "Ich suche die Kulturmischung in der Mode", sagt Rama Diaw, "ich will zeigen, dass alle diese Mode tragen können." Bei den Besuchern des Africa Festivals kamen ihre Kleidungsstücke auf jeden Fall sehr gut an. Kaum war die erste Modenschau vorbei, stürzten sich schon die Zuschauerinnen in den kleinen Zeltladen, um das eine oder andere Modell anzuprobieren. “Ich finde, es ist eine außergewöhnliche Mischung aus traditioneller afrikanischer und moderner europäischer Kleidung“, erzählt eine Besucherin. “Ich habe mir gestern ein Kleid gekauft, es angezogen, und war so glücklich damit, dass ich heute Morgen gleich wieder kommen musste, um mir weitere Kleider zu kaufen."

Hilfsprojekt für Frauen in ärmeren Dörfern

Eine Schüssel mit Mandeln an einem marokkanischen Stand. (Foto: Daniel Karmann dpa/lby)

Schüssel mit Mandeln an einem marokkanischen Stand auf dem Africa-Festival

Rama Diaw geht es aber nicht allein um Mode, ihre Arbeit hat auch viel mit sozialem Engagement zu tun. 2009 hat sie den Verein 'Aissatou' gegründet, mit dem Ziel, Bewohnern abgelegener Dörfer zu helfen. Die Modedesignerin bildet Schneiderinnen, Färberinnen und Weberinnen aus, die dann mit ihr arbeiten können. Wenn sie in Europa unterwegs ist, unterstreicht Rama Diaw immer diesen Aspekt ihrer Arbeit, um mögliche Sponsoren und Partner zu finden. "Es entwickelt sich sehr langsam", erzählt Rama Diaw, "aber ich möchte diese Frauen noch mehr unterstützen, denn ich weiß, dass sie sehr gern in dieser Branche tätig wären". Es könnte ihnen auch helfen, die Kinder einzuschulen und die Gesundheitskosten zu bezahlen, glaubt Diaw. Heute arbeiten sechs Frauen mit der Modedesignerin zusammen, in einem Dorf in der Nähe der Stadt Saint-Louis, und können so ihre Existenz und die ihrer Familie sichern.

Ein langer Weg zum Erfolg

Rama Diaw selbst ist Mutter einer 7-jährigen Tochter. Familien- und Berufsleben zu vereinbaren sei nicht selbstverständlich, gesteht sie. Aber wenn die Modedesignerin jeden Sommer für drei Monate nach Europa fährt, um ihre Kreationen bei Festivals vorzustellen, sind Mann und Kind immer dabei. Als die Senegalesin vor einigen Jahren als Modedesignerin anfing und ihr Kleinunternehmen mit eigenen Fonds gründete, zweifelte sie oft daran, ob es die richtige Entscheidung war. Die harte Arbeit wurde aber belohnt: ihr Geschäft läuft immer besser und ihr Auftreten in Würzburg war ein großer Erfolg. Am Ende des Festivals waren viele Modelle ausverkauft und die Senegalesin hatte schon genug Geld verdient, um ihre Organisation Aissatou auszubauen.