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Afrika

Afrikaner präsentieren ihre Kultur

Ob Filmreihen, Festivals oder Schulbesuche: Hinter vielen Angeboten stehen Afrikaner, die die verschiedenen Facetten afrikanischer Kultur zeigen möchten. Aber Kulturvermittlung ist nicht immer einfach.

Händler in bunten Pavillons verkaufen Schmuck, traditionelle Kleidung, Masken, Instrumente und afrikanische Köstlichkeiten. Besucher spazieren über den Basar; sie bestaunen und kaufen die ausgestellte Ware. Auch einige Afrikaner haben sich mit ihren Familien ins Getümmel gemischt. Der Basar ist ein Stück Afrika unter grauem deutschem Himmel in Düsseldorf.

Der Verein Béto hat eingeladen zum jährlichen Afrikafest. Organisator Franklin Mikangou lebt seit 30 Jahren in Deutschland und kommt ursprünglich aus dem Kongo. Seit über zwei Jahrzehnten veranstaltet er Afrikafestivals in ganz Deutschland.

Mann trommelt vor Publikum, Afrikafestival in Düsseldorf (Foto: Ndella Ba)

"Es geht um Völkerverständigung", sagt Festivalorganisator Mikangou

Afrikafestivals als Treffpunkt

Für Mikangou steht fest, dass ein Festival vor allem Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturen ermöglichen soll. "Es geht um Völkerverständigung", sagt er. Mikangou will auch politische Botschaften setzen und Diskussionen anstoßen. "Aber das ist auch eine Frage des Geldes. Referenten einzuladen und Filme zu zeigen erfordert finanzielle Mittel", so der Festivalleiter. Diesmal konnte er eine Podiumsdiskussion mit einigen Referenten organisieren. Thema: Der seltene Rohstoff Coltan und die Frage "Was hat mein Handy mit dem Krieg im Kongo zu tun?" Denn aus dem umkämpften Erz Coltan wird das Metall Tantal gewonnen, das in Elektrogeräten benötigt wird. Mikangou will mit der Diskussion darauf aufmerksam machen, dass der Abbau von Coltan den Bürgerkrieg in seinem Heimatland Kongo schürt.

Impressionen vom Afrikafestival in Düsseldorf (Foto: Ndella Ba)

Afrika ist mehr als bunte Bilder

Die moderne Seite Afrikas

Denn viele Besucher nähmen nur die bunten Bilder Afrikas wahr und hätten kein differenziertes Bild vom Kontinent, kritisiert Alex Moussa Sawadogo. Für ihn ist es wichtig, Vorurteile zu widerlegen.
"Wir müssen jetzt die aktuelle und moderne Seite Afrikas zeigen", appelliert der Burkiner. Die schöne Seite, wie der Projektleiter des Filmfestivals 'Afrikamera' sie nennt. Seit fünf Jahren präsentiert Afrikamera einmal im Jahr je eine Woche lang Filme aus Afrika in Berlin.

Es sind Filme von afrikanischen Regisseuren, die Probleme aus dem Alltag der Menschen vor Ort behandeln. Sie spielen "nicht immer im Dorf, sondern auch in der Stadt. Nicht immer im Wald, sondern im modernen Leben.“ Aber Sawadogo erzählt, dass gerade technisch aufwendigen Filmen vor städtischer Kulisse oft mit Skepsis begegnet wird. Ein moderner Film aus Afrika? Unmöglich.

Dennoch ist er überzeugt, dass sich Filme heute zur Kulturvermittlung ganz besonders gut eignen. Sie können Afrika erlebbar machen, sagt Sawadogo. Und er verspricht weiterzumachen, bis der erste afrikanische Film in einem kommerziellen Kino läuft. Wenn afrikanische Kunstformen in Galerien und nicht mehr in Museen ausgestellt werden - erst dann ist für ihn sein Auftrag erledigt.

Kinder begeistern

Auch 'Neema International' möchte afrikanische Kultur weitergeben. Der Verein, der 2011 von sieben jungen Afrikanern in Bonn gegründet wurde, verfolgt allerdings einen anderen Ansatz: Neema International wendet sich an Kinder und besucht Schulen. "Jetzt, wo wir in Deutschland leben, wollten wir etwas an die Gesellschaft zurück geben", erklärt die Vorsitzende Maggie Hamminger.

Maggie Hamminger (links) und Jackline Wambui Bendig (Foto: Ndella Ba)

Hamminger (l.) und Bendig zeigen Kindern afrikanische Kultur

Neema International begleitet Schüler einer Bonner Gesamtschule im Rahmen der interkulturellen Projektwoche der zehnten und elften Klasse in ihren Gruppenarbeiten über die afrikanische Kultur. Afrika zum Anfassen und hautnah. '"Wie lebt ihr? Was macht ihr in eurer Freizeit? Wovon träumt ihr?" waren einige der Fragen, die die Kinder interessieren.

Kindern einer Bonner Grundschule hat Neema den kenianischen Kinderfilm "Soulboy" gezeigt, der von Mythen und Geheimnissen handelt und in einem Slum in der kenianischen Hauptstadt Nairobi spielt. Das anschließende Gespräch hat Maggie Hamminger gezeigt, dass Kinder weniger voreingenommen sind als so mancher Erwachsener. Die Kenianerin hofft, dass interkulturelle Kompetenz eines Tages in das Schulsystem mit einbezogen wird. Denn eine Woche oder gar eine Schulstunde reichten einfach nicht aus, um die reichhaltige Kultur Afrikas zu zeigen.

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