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Fußball

Afrika sucht seinen Fußballmeister

Am Sonntag (10.01.2010) beginnt in Angola der Afrika-Cup. 16 afrikanische Nationalteams ermitteln den Kontinentalmeister. Vor dem Beginn des Turniers sorgte ein Anschlag auf die Mannschaft Togos für Entsetzen.

Das Logo des Afrika Cups

Das Logo des Afrika Cups in Angola

Aus der deutschen Bundesliga werden zahlreiche Spieler in Angola mit dabei sein. Zum Beispiel HSV-Akteur Guy Demel mit der Elfenbeinküste oder der Leverkusener Hans Sarpei mit dem deutschen WM-Gegner Ghana. Titelverteidiger ist Ägypten, das den Pokal 2008 in Ghana im Finale gegen Kamerun gewinnen konnte. Zu den Favoriten gehört diesmal eindeutig die Elfenbeinküste. Aber nicht nur, findet Demel: „Es gibt noch Mannschaften wie Ägypten, die haben zweimal hintereinander gewonnen, Kamerun, oder Ghana. Aber wir gehören zu den Top-Mannschaften.“

Die großen Stars sind mit dabei

Superstar Didier Drogba Foto: Rebecca Naden +++(c) dpa - Report+++

Superstar Didier Drogba

Die Nationalmannschaften treten in Angola mit all ihren Topstars an: Samuel Eto´o von Inter Mailand mit Kamerun, oder die beiden Chelsea-Akteure Michael Essien mit Ghana und Didier Drogba mit der Elfenbeinküste. Demel ist sich deswegen sicher, "dass bei den Spielen guter Fußball geboten wird. Die Qualität ist sehr hoch. Man muss ich nur die Mannschaften angucken. Bei jedem europäischen Top-Verein ist ein Afrikaner dabei und die spielen eine große Rolle.“ Das gilt besonders für die Elfenbeinküste. Gleich fünf Nationalspieler waren bei den vier Mannschaften des Champions League Halbfinals der vergangenen Saison vertreten.

Spieler fehlen zu Beginn der Bundesligarückrunde

Der Ivorer Guy Demel in einem Spiel des HSV (AP Photo/Fabian Bimmer)

Der Ivorer Guy Demel (re.) im Trikot des HSV

Aus der Bundesliga gehören beim diesjährigen Afrika Cup neben Demel, unter anderem der Wolfsburger Obafemi Martins aus Nigeria, der Ghanaer Isaac Vorsah von der TSG Hoffenheim oder der Dortmunder Mohamad Zidan mit Ägypten zu den Aushängeschildern. Sie alle werden ihren Clubs bis spätestens Anfang Februar fehlen, denn das Finale findet am 31. Januar in Angolas Hauptstadt Luanda statt. Doch HSV-Präsident Bernd Hoffmann, der neben Guy Demel auch Jonathan Pitropia aus Burkina Faso ziehen lassen muss, will darüber nicht klagen: "Grundsätzlich kann man es ja nicht ändern. Es besteht ja Abstellungspflicht für die Spieler und wir wissen ja, wenn wir einen afrikanischen Spieler verpflichten, das es die Möglichkeit gibt, das sie Afrika Cup spielen Von daher ist es in die Saison mit ein geplant.“ Als Konzession an die europäischen Clubs wurde der Beginn des Turniers in diesem Jahr gegenüber den letzten Malen um ein paar Wochen vorverlegt. So fehlen die Spieler den Bundesligavereinen in Deutschland höchstens die ersten drei Spieltage der Rückrunde.

Angola investiert 700 Millionen Euro für den Cup



Michael Essien aus Ghana (AP Photo/ Matt Dunham)

Michael Essien will erst beim Afrika Cup und dann bei der WM gegen Deutschland treffen

Für Angola ist die Ausrichtung des Turniers eine große Aufgabe. Gerade einmal sieben Jahre ist es her, das ein 27 Jahre dauernder Bürgerkrieg zu Ende gegangen ist. Der Wiederaufbau läuft auf Hochtouren, doch das Land kämpft noch mit großen sozialen Problemen wie Unterernährung bei einem großen Anteil der Bevölkerung und einer hohen Kindersterblichkeitsrate. Auf der anderen Seite ist Geld vorhanden. Das Land verfügt als drittgrößter Ölproduzent Afrikas über genügend Mittel. Auch das Geschäft mit den Diamanten und anderen Rohstoffen spült Geld in die Staatskassen. Für den Cup wurden nach Angaben des Organisationskomitees umgerechnet rund 700 Millionen Euro in den Bau von vier Stadien und Infrastruktur wie Straßen und Hotels gesteckt.

Hoffnung auf positive Schlagzeilen

In Angola ist die Hoffnung groß, durch den Afrika Cup mit positiven Schlagzeilen in die Weltöffentlichkeit zu kommen. Auch der Tourismus soll so gefördert werden. Die Fußballwelt wird in dem Jahr, in dem erstmals eine WM in Afrika stattfindet, jedenfalls mit besonderem Interesse auf die Spiele des Turniers und damit auch auf Angola schauen. Natürlich will der Gastgeber auch sportlich eine gute Rolle spielen. Für die angolanische Auswahl, die schwarzen Antilopen, beginnt es am 10. Januar mit dem Eröffnungsspiel gegen Mali.

Anschlag auf Mannschaft Togos

Mannschaftsfoto Togos. Foto: dpa

Das Team Togos

Zwei Tage vor dem Start des Turniers sorgte ein Anschlag auf die Nationalmannschaft Togos für Entsetzen. Der Bus des Nationalteams geriet nach der Einreise nach Angola unter Maschinengewehrfeuer. Nach Agenturberichten wurden der Busfahrer getötet und mindestens neun weitere Insassen verletzt. Die angolanische Regierung sprach von einem "Akt des Terrorismus". Der Grenzübergang liegt an der ölreichen nordangolanischen Provinz Cabinda. Eine Rebellen-Organisation, die für die Unabhängigkeit der Region kämpft, übernahm die Verantwortung für den Angriff. Einige Spieler Togos forderten nach dem Anschlag die Absage des Turniers. Das lehnte der afrikanische Fußballverband CAF jedoch ab.

Autor: Felix Hoffmann

Redaktion: Wolfgang van Kann

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