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Afrika

Afrika sucht Anschluss an moderne Technologien

Afrika hat eine rasante Entwicklung hinter sich - wenn es um Mobilfunk geht. Wie aber sieht es mit Computertechnologie aus? Auf der "eLearning Africa"-Konferenz in Nairobi drehte sich alles um Afrikas IT-Zukunft.

Afrikanische Kinder sitzen vor einem Computer

Bei der Computernutzung gibt es in Afrika noch immer viele Probleme

Eine Schule in einem afrikanischen Dorf. Die Schüler einer Grundschulklasse klappen ihre weiß-grünen 100-Dollar-Laptops auf und informieren sich im Internet über die Vegetation in ihrem Land: Unterricht im E-Learning-Zeitalter. Die meisten afrikanischen Länder sind von diesem Szenario allerdings weit entfernt. Das soll sich möglichst schnell ändern. Darüber waren sich die rund 1500 Experten auf der "eLearning Africa“-Konferenz in Kenia einig.

Weltfremde Technik

Die große Frage: Wie kann Afrika das Internet nutzen, um die Entwicklung auf dem Kontinent voranzutreiben? Meistens kommen die Antworten auf diese Frage aus den Industriestaaten. Und genau da liegt eins der Hauptprobleme, glaubt der ghanaische Vize-Bildungsminister Kwame Ampofo Twumasi. Die Hard- und Software werde von außen in die afrikanische Gesellschaft hereingetragen, sagt Twumasi. Die besonderen Lebensumstände in den verschiedenen afrikanischen Ländern werden dabei oft vernachlässigt.

Logo der E-Learning-Konferenz Nairobi 2007

Auf der elearning Africa-Konferenz in Nairobi diskutierten die Teilnehmer über Afrikas IT-Zukunft

Lehrstoff, der nicht zur sozialen und kulturellen Realität der Lernenden passt, ist dabei nur ein Punkt, den viele Konferenzteilnehmer kritisierten. Die meisten Länder südlich der Sahara haben außerdem genau wie Ghana mit ganz grundlegenden Problemen zu kämpfen. "Wir brauchen Strom. Ghana hat unglaubliche Energie-Probleme“, sagt Twumasi. Neben den städtischen Regionen, wo es immer wieder vorübergehende Schwierigkeiten mit der Elektrizität gebe, hätten die ländlichen Gegenden überhaupt keinen Strom. Hier denke die ghanaische Regierung darüber nach, Solarenergie an den Schulen einzuführen .

Langsame Internetverbindungen

Solarenergie könnte zwar eine Lösung für das Stromproblem sein - viele Schwierigkeiten auf dem Weg zum Computer und Internet gestützten Lernen in Afrika bleiben. Das wohl größte Hindernis: Besonders die ostafrikanischen Länder und viele Länder im südlichen Afrika haben nur sehr langsame Internetverbindungen. Die Regionen sind die einzigen auf der Welt, die noch nicht an die globale Breitband-Infrastruktur angeschlossen sind.

Auch Kenias Bildungsminister George Saitoti sieht all diese Schwierigkeiten. Trotzdem glaubt er, dass sich die neuen Technologien im IT-Bereich sehr bald auch in Afrika durchsetzen werden. Er setze in erster Linie auf enge Partnerschaften mit dem privaten Sektor, sagt der Bildungsminister. "Außerdem hat die Konferenz gezeigt, wie groß das Interesse an diesem Sektor ist. Ich bin überzeugt davon, dass die afrikanischen Regierungen und die Menschen in Afrika sich sehr bemühen, die digitale Lücke Nord und Süd zu schließen.“

E-Learning per Handy

Während wohl fast jeder bei E-Learning an Computer und das Internet denkt, wäre aber auch eine völlig andere Variante denkbar. "Was wir in Afrika wirklich gut machen können, ist das Mobile-Learning weiterzuentwickeln“, sagt die E-Learning-Beraterin Virginie Aimard. Schließlich habe jeder ein Handy. Sogar auf dem Land sei fast jeder per Handy zu erreichen, erklärt die Französin. "Ich denke, genau da kann die Entwicklung stattfinden.“ Was zunächst nach mobiler Zukunftsmusik klingt, könnte dabei realistischer sein, als solarbetriebene Computer für jedes afrikanische Dorf.

Aussehen könnte das in der Praxis dann so: Eine Bäuerin in einem entlegenen afrikanischen Dorf macht mit ihrem Handy ein Foto von ihrem Mais. Die Blätter sind braun und die Frau hat Angst, dass ihre Ernte eingehen könnte. Also schickt sie das Bild in die Stadt, wo sich Experten das Foto ansehen um ihr dann Tipps zu geben, wie sie ihren Mais retten kann. Eine Idee übrigens, die von keinem Mobilfunkkonzern, von keiner Uni und von keiner NGO kommt. Urheber ist eine kenianische Bäuerin, die nicht einsah, was ihr das Internet bringen sollte.

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