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Afrika

Afrika setzt auf erneuerbare Energien

In Bonn ist die 11. Welt-Windenergiekonferenz zu Ende gegangen. Experten aus 50 Ländern berieten dort drei Tage, wie der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden kann.

"Community power - citizens' power" lautete das Thema der Konferenz, die zum zweiten Mal in Bonn stattfand. Die Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik sind sich einig, dass 100 Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden können. Wie lange es brauchen wird, um dieses Ziel zu erreichen – darüber gehen die Meinungen auseinander. Europa will den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 20 Prozent erhöhen. Ein ähnliches Ziel setzte sich Ägypten, das bis 2020 zehn Megawatt Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen will. Doch um solche Ziele umzusetzen, muss der Netzausbau vorangetrieben werden – ein massives Problem in vielen Ländern Afrikas. "75 Prozent der Afrikaner haben keinen Zugang zu Elektrizität", betont Léopold Faye, der für ein französisches Windenergie-Unternehmen tätig ist. Dieser Herausforderung müsse man sich stellen.

Das Ziel: Dezentrale Energieversorgung

Doch gerade der mangelnde Netzausbau macht die nachhaltige Stromerzeugung interessant. "Die Menschen können nicht warten, bis die Wirtschaft sich entwickelt", so Faye. Die dezentrale Nutzung etwa von Windkraft könne eine Alternative sein.

Ibrahim Togola (Bild: WWEA / Birresborn)

Ibrahim Togola setzt sich für erneuerbare Energien in Westafrika ein

Dieser Ansicht ist auch Dr. Ibrahim Togola vom Mali-Folkecentre Nyetaa. Seine Organisation fördert einen nachhaltigen Mix erneuerbarer Energien in Westafrika und arbeitet bevorzugt direkt mit den Gemeinden. "Wer die lokale Wirtschaft stärkt, stärkt auch die nationale Wirtschaft", meint Togola. "Wenn ein Staat auf lokaler Ebene auf eine starke Wirtschaft zählen kann, stärkt das auch die politische Führung, denn dann ist man weniger auf internationale Unterstützung angewiesen."

Sprung nach vorne

Togola bezeichnet sich selbst als "Afro-Optimist". Die Tatsache, dass Deutschland auf erneuerbare Energien setzt, zeige, "dass die Technologien ausgereift und zuverlässig sind und dass man eine Wirtschaft darauf aufbauen kann." In Afrika gelte es nun, einen Sprung nach vorne zu machen und direkt auf die neuen Technologien von Wind und Sonne zu setzen.

11. Weltwindenergiekonferenz (Bild: WWEA / Birresborn)

Experten aus aller Welt trafen sich in Bonn

Auch Stefan Gsänger, Generalsekretär der Welt-Windenergie-Vereinigung, die die Konferenz zusammen mit dem deutschen Bundesverband für Windenergie ausgetragen hat, sieht das Potenzial des afrikanischen Marktes für erneuerbare Energien. Er ist sich sicher: "Die Technologie, die eigentlich für viele afrikanische Länder am interessantesten wäre, ist die Kleinwindkraft." Man müsse sich jetzt daran machen, auch die entsprechenden Finanzierungsmodelle zu entwickeln.

Eine Vorreiterrolle in Afrika hat Mauritius, ein Land, das als Inselstaat eigentlich in einer schwierigen Lage ist. Mauritius will bis 2025 einen Großteil seines Energiebedarfs mit erneuerbaren Energien decken. "Mauritius ist ein Land, das den Stier bei den Hörnern gepackt hat", so beschreibt Léopold Faye die Stimmung in dem Land. "Man ist sich der Bedeutung von Windkraft für die Entwicklung dieser Insel bewusst geworden. Ich glaube, dass Mauritius sehr schnell das Modell für 100 Prozent erneuerbare Energien sein wird."

Der Weg dahin mag noch weit sein, doch der Wille ist da. Beispiele wie Mauritius zeigen, dass die Energiewende auch in Afrika eingeläutet ist.

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