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Aids

Afrika erhält preiswertes HIV-Medikament

Hoffnung für mehr als 25 Millionen Aids-Patienten in Afrika: Als erstes Land auf dem Kontinent erhält Kenia ein Generikum eines effektiven Medikaments gegen HIV. Danach soll es auch in Nigeria und Uganda genutzt werden.

Kenia Dolutegravir Pillen für die HIV-Behandlung (Reuters/B. Ratner)

Das teure Medikament Dolutegravir können sich viele Kenianer einfach nicht leisten

Die Nichtregierungsorganisation UNITAID teilte in der kenianischen Hauptstadt Nairobi mit, die billigere Kopie von Dolutegravir werde derzeit kostenlos an 27.000 HIV-Infizierte verteilt, die das in Kenia sonst übliche Medikament nicht vertragen. Nach und nach soll das Heilmittel landesweit eingeführt werden.

Dolutegravir gilt als das derzeit fortgeschrittenste Medikament gegen HIV. Seit einigen Jahren ist es in den Industriestaaten weit verbreitet, unter anderem, weil es verträglicher ist als die meisten anderen Medikamente und die Viren seltener Resistenzen entwickeln. Mit einem Preis von 22 bis 44 Euro für die Monatspackung ist es jedoch für die meisten Menschen in Afrika unerschwinglich. Nach Angaben von Unitaid kostet das Generikum Tivicay nur 3,50 Euro. Es wird von dem Unternehmen ViiV Healthcare hergestellt, das mehrheitlich dem Konzern GlaxoSmithKline gehört. Das Medikament wurde erstmals 2013 in den USA eingeführt.

Nigeria und Uganda folgen

In Kenia leben etwa 1,5 Millionen HIV-Infizierte, von denen sich zwei Drittel in Behandlung befinden. Das teilte Martin Sirgeno, der Chef des nationalen Aids-Kontrollprogramms mit. Im vergangenen Jahrzehnt habe sich die Zahl der Neuinfektionen im Land auf 80.000 pro Jahr fast halbiert, vor allem dank besserer Tests, Behandlungen und Aufklärungsaktionen. Unitaid, das sich für niedrigere Kosten für Medikamente gegen Aids, Tuberkulose und Malaria einsetzt, kam für die ersten Dosen in Kenia auf. Bis Ende des Jahres soll das Generikum auch in Nigeria und Uganda eingeführt werden.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO leben weltweit 37 Millionen Menschen mit dem HI-Virus oder Aids, 70 Prozent von ihnen allein in Afrika. Wie das UN-Hilfsprogramm UNAIDS am Dienstag mitteilte, steckten sich 2015 weltweit 2,1 Millionen Menschen neu an. Rund 1,1 Millionen Infizierte seien an den Folgen von Aids gestorben, hieß es.

kle/pab (afp, rtre, ape)  

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