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Afrika

"African Stories": Wissenstransfer für afrikanische Fernsehjournalisten

Nach intensiven TV-Reportage-Workshops werden afrikanische Medienschaffende aus neun Ländern jetzt zu Trainern ausgebildet. Von dem Know-how profitieren künftig zahlreiche Sender in Subsahara-Afrika.

Von Teilnehmern zu Trainern: Medienschaffende aus der Republik Kongo bei der DW Akademie in Berlin

Von Teilnehmer zu Trainern: Frédérique Missamou Bakebelamio mit ihren Kollegen von Radio Télévision Congolaise

Konzentriert stecken eine Frau und zwei Männer ihre Köpfe zusammen. Die drei arbeiten beim staatlichen Fernsehsender Radio Télévision Congolaise und besprechen den zukünftigen Ausbildungsplan. Wie lässt sich ihr erstes Training am besten strukturieren? Eine von ihnen ist die Fernsehjournalistin Frédérique Missamou Bakebelamio, die von Anfang an bei dem Langzeitprojekt "African Stories" mit dabei ist. Erst lernte sie als Teilnehmerin, TV-Reportagen zu produzieren. Jetzt wird sie selbst Trainerin. "Nachdem ich meine ersten professionellen TV-Reportagen gedreht hatte, hingen mir die Kollegen plötzlich am Rockzipfel und wollten wissen, wie ich das gemacht hatte", lacht Frédérique Missamou Bakebelamio.

Seminar der DW Akademie in Berlin

Künftige TV-Trainer aus Guinea, Republik Kongo und Senegal mit Gerlind Vollmer (3.v.l.) und Charles Achaye-Odong (5.v.l.), DW Akademie

Während eines zweiwöchigen Train-the-Trainer-Seminars bei der DW Akademie in Berlin hat die Journalistin aus Brazzaville nun gelernt, wie sie ihr Know-how an ihre Kollegen weitergeben kann. "Ein bisschen Angst habe ich schon. Als Reporterin höre ich eher anderen zu, als dass ich vor einer Gruppe spreche. Aber hier in Berlin haben wir gute Methoden und Techniken vermittelt bekommen und praktisch erprobt, so dass ich mich für ein Training in unserem Sender gewappnet fühle."

Alternative Berichterstattung

"African Stories" ist eines der umfassendsten Projekte der DW Akademie. Gestartet in 2011 wurden zunächst zahlreiche Mitarbeiter aus den Bereichen Redaktion, Kamera und Schnitt in der Produktion von professionellen TV-Reportagen fortgebildet. Dabei ging es stets darum, afrikanischen Medienschaffenden die Chance zu geben, die Berichterstattung über ihren Kontinent aus einem neuen Blickwinkel zu zeigen. "Für mich ist das Projekt ein Beweis dafür, dass es in Afrika mehr gibt als Armut, Hunger und Krieg", sagt Fodé Moussa Camara aus Guinea. Der Cutter arbeitet für Radio Télévision Guinéenne (RTG), und auch er wird bald seine Kollegen weiterbilden. "Durch 'African Stories' sind wir zu etwas ganz Besonderem in unseren Sendern geworden. Die DW Akademie hat uns zu Profis auf dem Gebiet der TV-Reportagen gemacht - jetzt können wir das Wissen weitertragen", sagt Camara. Er ist überzeugt, dass sein Sender und die Zuschauer davon profitieren werden.

Seminar der DW Akademie in Berlin

"'African Stories' ist eine große Chance für mich" - Fodé Moussa Camara, Cutter aus Guinea (links)

Teilnehmer aus 28 Ländern realisierten im Rahmen von "African Stories" rund 50 TV-Reportagen. In weiterführenden Workshops produzierten die besten Teams anschließend gemeinsam mit Redakteuren der Deutschen Welle 12-minütige Dokumentationen, die von den afrikanischen Partnersendern und dem DW-Magazin Global 3000 ausgestrahlt wurden. Projekte und Menschen, die Mut machen, standen dabei stets im Mittelpunkt. Wie beispielsweise die Geschichte einer Landwirtin in Guinea, die die Bananenproduktion wieder nach vorne bringt. Oder das Engagement eines Schmieds in Tansania, der wichtige Einzelteile für Landmaschinen selbst herstellt.

Ein Projekt auf Augenhöhe

Gerlind Vollmer, Projektmanagerin der DW Akademie, begleitet "African Stories" von Anfang an. "Das Projekt bietet die seltene Chance, unsere Teilnehmer über mehrere Jahre hinweg zu begleiten." Dadurch könnten die Kenntnisse besonders gut vertieft und verinnerlicht werden. Für die Train-the-Trainer-Seminare in Berlin wurden aus neun Ländern je drei Teilnehmer von einem der beteiligten Partnersender ausgewählt. "Die Seminare sind auch für mich etwas Besonderes", sagt Gerlind Vollmer. "Die Beziehung zwischen uns hat sich gewandelt: Von Teilnehmern zu Kollegen. Eine tolle Erfahrung!"

Und eines steht jetzt schon fest: Die "African-Stories"-Familie wird auch nach dem offiziellen Ende des Projekts zusammenbleiben. In Berlin haben die Teilnehmer beschlossen, ein Netzwerk zu bilden und ihre Erfahrungen als Trainer auch an weitere Fernsehsender in Afrika weiterzugeben.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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