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Politik

Afghanistans Zukunft hinter dem Bombenrauch

Während die letzten schweren Kämpfe um Kundus und Kandahar toben, nimmt das neue Afghanistan Gestalt an.

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Warten auf den Fall: Nordallianz in der Nähe von Kundus

Die Nordallianz und US-Kampfflugzeuge haben am Dienstag die bis dahin schwersten Angriffe auf die Stadt Kundus gestartet. Sollten die eingeschlossenen Truppen nicht innerhalb von drei Tagen abziehen, drohte die Nordallianz mit einer Großoffensive. Derweil machten Gerüchte über die Lage in Kundus die Runde. Angeblich haben die freiwilligen Al-Kaida-Kämpfer aus dem Ausland bereits über 400 afghanische Taliban getötet, die sich ergeben wollten. Die radikalsten Anhänger Bin Ladens neigen offenbar dem Märtyer-Tod zu. Die USA haben alle Verhandlungen abgelehnt, die den Kämpfern des moslemischen Extremisten oder hochrangigen Taliban-Anführern den Abzug aus den belagerten Städten in Afghanistan ermöglichen.

"Tod für Al Kaida-Kämpfer"

Bewaffneter Soldat einer amerikanischen Spezialeinheit auf afghanischem Boden

A United States Air Force Special Operations soldier stands guard near a U.S. Army Special Forces Chinook helicopter, as Afgan civilians and militiamen loyal to the rebel Northern Alliance look on, in Khwaja Bahuaddin, Afghanistan, Thursday, Nov. 15, 2001. Two helicopters with small U.S. Special Forces teams provided logistics and security for Andrew Natsios, the director of USAID, who visited the longtime Northern Alliance stronghold to review projects funded by the US aid agency. Natsios is the highest U.S. official to visit Afganistan in twenty years. (AP Photo/Brennan Linsley)

Verteidigungsminister Donald Rumsfeld will nach eigenen Worten um jeden Preis verhindern, dass ausländische Kämpfer der El-Kaida-Organisation oder Taliban-Führer wie Mullah Omar fliehen könnten. "Meine Hoffnung ist, dass sie entweder getötet oder gefangen genommen werden", sagte Rumsfeld." Die USA haben auf der Suche nach dem Terroristenführer Bin Laden weitere Elitesoldaten nach Afghanistan entsendet. Die von den USA ausgesetzte Belohnung auf die Ergreifung Bin Ladens beträgt mittlerweile 25 Millionen Dollar.

Bemühungen um die politische Zukunft beginnen in Berlin

Die Vereinten Nationen konnten unterdessen einen ersten Erfolg bei der Neugestaltung Afghanistans verzeichnen. Die Nordallianz in Afghanistan hat einer Konferenz aller politischen und ethnischen Gruppen des Landes über die Bildung einer Regierung zugestimmt, die am Montag in Berlin beginnen. Die Nordallianz hatte ursprünglich ein Treffen in Kabul gefordert, die Vereinten Nationen bestanden jedoch auf einen Ort außerhalb Afghanistans.

Brahndin Rabbani

Der Führer der Nordallianz und ehemalige afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani hatte sich zuvor ebenfalls für eine erste Gesprächsrunde in Europa ausgesprochen. In einem Fernsehinterview dämpfte er jedoch die Erwartungen an die Konferenz. Ein Treffen außerhalb von Afghanistan sei vor allem symbolischer Natur, sagte er und betonte, alle wichtigen Entscheidungen müssten innerhalb Afghanistans getroffen werden.

Vielfalt der Völker - vielfältige Probleme

Ein grundlegendes Problem der afghanischen Nachkriegsordnung ist die Zersplitterung in zahlreiche Völker und Stämme, hinzu kommt der Einfluss der Regionalmächte Iran und Pakistan. Tadschiken, Usbeken, Hasara und wenige Paschtunen bilden die Nordallianz. Gerade das letztere Volk jedoch hat mit geschätzten 40 Prozent den größten Anteil an den Afghanen. Exemplarisch für die Probleme ist die Stadt Masar-i-Scharif, die vor fast zwei Wochen erobert wurde. Berichten zufolge ist sie in drei Zonen zwischen den usbekischen, tadschikischen und hasarischen Eroberern aufgeteilt.

Für die Zeit nach dem Zusammenbruch der Taliban-Herrschaft in Afghanistan haben die Vereinten Nationen einen Fünf-Punkte-Plan zur Schaffung einer neuen Regierung entwickelt.

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  • Datum 21.11.2001
  • Autorin/Autor Detlev Karg
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1OPg
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