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Politik

Afghanistans Weg zum Paria-Staat

Wo steht das Land, das Osama Bin Laden Asyl gewährt?

Für Moskau ging am 15. Februar 1989 ein Alptraum zu Ende: an diesem Tag verließ der letzte Sowjetsoldat Afghanistan. Bis zu 115.000 von ihnen waren dort stationiert. Die Anzahl der sowjetischen Toten wird auf 15.000 beziffert. Aber niemand weiß das so genau. Wie auch niemand so genau weiß, wie viele Afghanen in den Jahren der sowjetischen Besatzung umgekommen sind. Man schätzt 350.000 Tote. Afghanistan war zum Vietnam der Sowjetunion geworden.

Afghanistan-Trauma der Sowjets

Die Sowjets waren in das mittelasiatische Land Ende Dezember 1979 einmarschiert, nachdem sich Babrak Karmal durch einen Umsturz innerhalb der herrschenden kommunistischen Regierung an die Macht geputscht hatte. Moskau behauptete, Karmal habe um Hilfe gebeten. Der vergebliche Krieg der Sowjets in Afghanistan ist heute ebenso unvergessen wie die Niederlage der Amerikaner in Vietnam. In diesen Tagen wird über einen möglichen Angriff der USA gegen Afghanistan spekuliert, nachdem Amerika den dort lebenden saudischen Millionär Osama Bin Laden zum wichtigsten Hintermann der verheerenden Terroranschläge in New York und Washington erklärt hatte.

Was von Moskau vor nahezu 22 Jahren zunächst als zeitlich begrenzter Einsatz bezeichnet wurde, geriet schnell zu einer dauerhaften Institution. Und die Sowjets wurden die wahren Herrscher in Kabul, wo sie 1986 zuließen oder gar betrieben,