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Aktuell Asien

Afghanistans Ex-Geheimdienstchef: Pakistan unterstützt Terror

Afghanistan wirft Pakistan seit Langem vor, die Taliban und den Terror zu unterstützen. Nun legte der Ex-Chef des afghanischen Geheimdienstes Dokumente vor, die das angeblich beweisen. Lächerlich, heißt es in Pakistan.

Der ehemalige Chef des afghanischen Geheimdienstes will beweisen, dass Pakistan Terroranschläge in Afghanistan unterstützt. Dazu veröffentlichte Rahmatullah Nabil Donnerstagabend

auf seiner Facebookseite

sechs Fotos von Dokumenten. Auf der

Webseite des afghanischen Nachrichtensenders Tolo News

kommentiert Nabil die Dokumente umfassend.

"In den vergangenen 14 Jahren hat niemand Dokumente dieser Art enthüllt", sagte Nabil zu Journalisten. Er sagte nichts dazu, wie er an die Dokumente gelangte. Es ist nicht möglich, sie von unabhängiger Seite auf Echtheit zu prüfen.

Die Dokumente sollen belegen, dass der pakistanische Geheimdienst in den Jahren 2014 und 2015 Führern der Taliban und der Hakkani-Gruppe geholfen hat. Letztere gehört zu den brutalsten Aufständischen-Gruppen in Afghanistan. Sie soll tiefe und langjährige Beziehungen zum pakistanischen Geheimdienst haben.

Zahlungen für Anschläge in Kabul

Einer der angeblichen Briefe, die zwischen Büros des pakistanischen Geheimdienstes gewechselt wurden, ist auf Juli 2014 datiert. Dem Schreiben nach soll vier Mitgliedern des Hakkani-Netzwerks jeweils 2,5 Millionen Pakistanische Rupien (ungefähr 21.000 Euro) für die "erfolgreiche und umfassende Durchführung des Angriffs auf den Kabuler Flughafen" bezahlt worden sein.

In einem anderen Schreiben, datiert auf August 2014, arrangiert ein Offizieller eine sichere Unterkunft und Fahrzeuge für afghanische Taliban-Kommandeure. Diese hätten während einer Militäroperation eine abgelegene nordpakistanische Region verlassen müssen.

Pakistan bestreitet Wahrheitsgehalt

Der Deutschen Presse-Agentur liegen Stellungnahmen von verschiedenen pakistanischen Quellen vor. Alle wollten namentlich ungenannt bleiben. Die einhellige Aussage ist, dass die Dokumente nicht echt seien. Ein Geheimdienstmitarbeiter sagte, diese Briefe seien "sowohl amüsant als auch lächerlich". Kein ordentlicher Geheimdienst würde solch sensible und schädliche Beweise schriftlich niederlegen. Einem Mitarbeiter des pakistanischen Außenministeriums zufolge ist man sich nicht sicher, ob man offiziell reagieren werde. Ein pakistanischer Militär teilte mit: "Ignorieren Sie das. Fälschung."

Pakistan wird seit Langem vorgeworfen, afghanische Taliban zu beherbergen und zu unterstützen. Die Untätigkeit der Regierung vor allem gegenüber der Hakkani-Gruppe in Pakistan hatte jüngst auch zu einer erheblichen Abkühlung des Verhältnisses mit den USA geführt. Nabil war im Dezember aus Protest gegen Präsident Aschraf Ghanis Kurs der Annäherung an den Erzfeind Pakistan zurückgetreten. Ghani hat seine Haltung inzwischen verändert. Hintergrund war ein Anschlag der Hakkani-Gruppe mit 70 Toten im April.

ust/haz (dpa, rtr, Facebook.com, Tolo News)

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