1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Afghanistan: Taliban bekennen sich zu Anschlag auf Bundeswehr

Drei Bundeswehrsoldaten sind bei einem Anschlag in Afghanistan verletzt worden - zwei davon schwer. Die Taliban haben sich im Internet zu dem Anschlag in der Provinz Kundus bekannt.

Bewaffnete deutsche ISAF Soldaten (Quelle: AP, Archivbild, 20.02.2007)

Bundeswehr hält an Afghanistan-Einsatz fest

Der Anschlag habe sich nach afghanischer Zeit in der Nacht zum Donnerstag (27.03.2008) um 20.40 Uhr MEZ in der nordafghanischen Provinz Kundus ereignet, bestätigte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow bei Potsdam. Die Männer seien in einem geschützten Fahrzeug vom Typ "Dingo" unterwegs gewesen, sagte er.

Bei der Explosion am Straßenrand sieben Kilometer westlich der Stadt Kundus wurde das gepanzerte Fahrzeug umgeworfen, berichtete der Sprecher. Um welche Art Sprengsatz es sich handelt, werde noch ermittelt. Auch auf die Täter gab es zunächst keine Hinweise.

Soldaten der Bundeswehr fahren durch das Feldlager in Kundus (Quelle: dpa, Archivbild 28.09.2007)

Soldaten der Bundeswehr fahren durch das Feldlager in Kundus (Archivbild)

Die verletzten Bundeswehrsoldaten, die zur Luftlandebrigade 26 in Saarlouis gehören, seien noch am Anschlagsort von deutschen Sanitätern versorgt und dann in Rettungszentren in Kundus und Masar-i-Sharif gebracht worden. Die beiden schwer Verletzten sollen nach Deutschland ausgeflogen werden, sobald sie transportfähig sind. Die Bundeswehr plant die Soldaten in der Nacht zum Freitag ins Bundeswehrkrankenhaus Koblenz zu überführen.

Taliban bekennen sich zu Anschlag

Inzwischen haben sich die radikalislamischen Taliban im Internet zu dem Anschlag auf die Bundeswehr-Patrouille bekannt. In der Erklärung heißt es, Kämpfer hätten in der Nacht zuvor einen "Panzer der NATO-Truppen" in die Luft gesprengt. Dabei seien 13 Soldaten getötet oder verletzt worden. Die von den Extremisten nach Anschlägen verbreiteten Opferzahlen gelten als stark übertrieben.

Zuvor hatte bereits der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar, die Taliban für den Anschlag verantwortlich gemacht. Die Aufständischen hätten den Sprengsatz gelegt, der das Bundeswehrfahrzeug zerstört habe, sagte er. Den Angaben zufolge soll es sich um eine Landmine gehandelt haben, die beim Auffahren des gepanzerten Fahrzeugs explodierte.

Viereck: "Auftrag weiter durchführen"

Auch dieser zehnte Angriff auf die Bundeswehr in Afghanistan seit Herbst 2006 werde dem Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, Karlheinz Viereck, zufolge nichts an dem Einsatz ändern: "Wir werden unseren Auftrag so durchführen, wie es sich gehört." Und: "Wir müssen mit solchen Anschlägen immer rechnen." (vem)

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema