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Afghanistan

Afghanistan-Konferenz ruft Taliban zu Frieden auf

Es war eine seltsame Zusammenkunft in Moskau: Es ging um eine möglichst friedliche Zukunft für das geschundene Afghanistan. Doch weder die radikal-islamischen Kämpfer noch Vertreter der USA waren anwesend.

Die Teilnehmer einer Afghanistan-Konferenz in Moskau haben die radikal-islamischen Taliban zu Friedensgesprächen aufgerufen. Die Führung der Taliban solle von einer gewaltsamen Lösung des Konflikts abrücken und mit der Regierung in Kabul Verhandlungen aufnehmen, hieß es im russischen Außenministerium. Mögliche Friedensgespräche könnten in Moskau stattfinden.

Die Taliban haben bislang alle Angebote abgelehnt. Sie waren auch nicht bei der Konferenz in der russischen Hauptstadt vertreten. Neben Experten aus Russland und Afghanistan nahmen an dem Treffen Vertreter aus China, dem Iran, Indien und Pakistan sowie den fünf zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken teil. Auch die USA, die bisherige Schutzmacht der afghanischen Regierung, hatten eine Teilnahme abgelehnt.

Putin für Gespräche mit Taliban

Erst am Donnerstag hatte die US-Armee einen massiven Bombenangriff auf Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) in dem Land gestartet. Dabei wurden nach neuesten Angaben der afghanischen Behörden mindestens 94 Angehörige des IS getötet. Russische Beobachter kritisierten die Attacke als Demonstration der Stärke kurz vor der Konferenz. Der russische Präsident Wladimir Putin

Video ansehen 00:34

36 IS-Kämpfer durch US-Bombe getötet

bezeichnete den Terrorismus als größte Gefahr, die von Afghanistan ausgehe. Im TV-Sender Mir sprach er sich auch für Gespräche mit den Taliban aus. Russland wird vorgeworfen, die Taliban mit Waffen zu versorgen. Moskau dementiert dies vehement.

Das Auswärtige Amt in Berlin forderte alle internationalen Akteure auf, Hilfen für die radikalen Islamisten einzustellen. "Damit die Taliban einsehen, dass der militärische Kampf nur das Leiden des afghanischen Volkes verlängert, muss die ausländische Unterstützung für sie aufhören", sagte ein Sprecher.

sti/haz (ap, dpa)

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