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Asien

Afghanistan kann auf deutsche Hilfe bauen

Die Botschaft des Bundesaußenministers ist klar: Deutschland steht weiterhin an der Seite Afghanistans - auch nach dem Truppenabzug 2014. Westerwelle rührt die Werbetrommel - kurz vor der großen Afghanistan-Konferenz.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) spicht am Samstag (19.11.2011) in Kabul in Afghanistan neben Präsident Hamid Karsai (l) (Foto: PA/dpa)

Viel zu besprechen: Karsai und Westerwelle

Die Worte sind wohl gewählt: "Freunde" nennt Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) die afghanische Regierung - und das Volk. Und genau diese Freunde will Westerwelle nicht vergessen und nicht im Stich lassen - auch wenn die deutschen Truppen bis 2014 aus Afghanistan abgezogen sein sollen. Das sagte der FDP-Politiker bei seiner Stippvisite in der afghanischen Hauptstadt Kabul am Samstag (19.11.2011).

Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) verlaesst am Samstag (19.11.11) nach dem Flug von Islamabad in Pakistan nach Kabul in Afghanistan ein Transall-Transportflugzeug der Bundeswehr (Foto: dapd)

Landung in Kabul - es ist Westerwelles fünfter Besuch in Afghanistan

Gemeinsam mit dem Präsidenten Afghanistans, Hamid Karsai, hat Westerwelle in erster Linie die bevorstehende große Afghanistan-Konferenz in Bonn am 05. Dezember 2011 vorbereitet. Zu der Veranstaltung haben sich bereits mehr als 100 Delegationen angemeldet - Zweidrittel von ihnen werden von den Außenministern ihrer Länder angeführt. Das ist ein Indiz für die Wichtigkeit der Konferenz auf der internationalen Bühne.

Afghanistan: Zukunft noch ungewiss

Konkret geht es auch auf der Konferenz um die Zukunft Afghanistans nach 2014, wenn die Kampftruppen der internationalen Schutztruppe ISAF abgezogen sein sollen. Zwei weitere Kernthemen sind das langfristige Engagement der internationalen Gemeinschaft und der politische Prozess, der die Versöhnung im Inneren Afghanistans voranbringen - und dauerhaften Frieden schaffen soll.

Karte Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien und China (Grafik: DW)

Instabile Region

Die Afghanen müssen ab 2014 allein für Sicherheit sorgen, wobei viele Nato-Partner bereits zurückrudern und sich die Option, weiterhin militärisch im Land zu bleiben, offen halten. Immer wieder geht es dann im Politikjargon um Stabilität. Diese sei "nicht nur wichtig für das Land und die Region", meinte Westerwelle, "sondern auch im Interesse der ganzen Welt, insbesondere Europas". Daher verwies Westerwelle auch auf die EU, als es um das Thema strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und Afghanistan ging. "Das ist das Format, in dem diese Gespräche geführt werden." Man müsse auch alle Nachbarn Afghanistans überzeugen, dass es in ihrem eigenen Interesse sei, wenn die Lage im Land stabilisiert werde. Aus diesem Grund reiste der Bundesaußenminister zuvor auch nach Pakistan und Turkmenistan.

Die Erwartungshaltung an die Bonner Konferenz sei hoch, betonte der Bundesaußenminister. Dort sollen die Bereiche festgelegt werden, bei denen die Afghanen auch nach 2014 noch internationale Hilfe benötigen werden. "Wir müssen unsere Verantwortung auch für die Zukunft kennen", sagte Westerwelle.

Nach wie vor hohe Militärpräsenz

Bundeswehrsoldaten in einem Dorf in Afghanistan mit Dorfbewohnern (Foto: PA/dpa)

Deutsche Soldaten als Entwicklungshelfer

Die ISAF zählt bislang noch immer rund 130.000 Soldaten aus fast 50 Ländern, die in Afghanistan im Einsatz sind. Deutschland ist mit seinen rund 5000 Soldaten noch der drittgrößte Truppensteller. Die militärische Präsenz wird durch die Entwicklungszusammenarbeit unterstützt - die deutschen Hilfen sind die drittgrößten.

Bereits in den kommenden Wochen werden die ersten Soldaten abrücken. In wenigen Monaten sollen bis zu 500 Soldaten abgezogen sein.

Autorin: Nicole Scherschun (dpa, dapd)
Redaktion: Reinhard Kleber

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