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Afghanistan

Afghanischer Vizepräsident verprügelt Widersacher

Afghanistans Vizepräsident Dostum soll während eines Sportturniers einen politischen Widersacher geschlagen und entführt haben, berichtet die "New York Times". Der Entführte sei ein Politiker aus Dostums eigener Partei.

Bei einem Sportturnier in Nordafghanistan habe General Abdul Raschid Dostum einen politischen Widersacher zuerst selbst geschlagen, dann von seinen Wächtern verprügeln lassen und schließlich entführt. Der Vorfall habe sich bereits am vergangenen Freitag ereignet, berichtete die "New York Times".

Bei dem Buskaschi-Turnier, bei dem zwei Mannschaften zu Pferde versuchen, eine kopflose Ziege über eine gegnerische Linie zu schleifen, sei es zunächst zu einem Streit gekommen. Ahmed Ishchi, ein Politiker aus Dostums Junbesch-Partei, habe den Vizepräsidenten kritisiert, daraufhin schlug dieser ihm ins Gesicht. Die Schlägerei geschah der Zeitung zufolge kurz nach einem Wutausbruch Dostums gegen Präsident Aschraf Ghani. 

Dostum hatte gedroht Ärger zu verursachen

Dostum, ein Kriegsherr, dem viele Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden, ist seit Monaten unglücklich mit der afghanischen Einheitsregierung von Präsident Ghani und Regierungsgeschäftsführer Abdullah Abdullah. Sie ignorierten ihn, klagte er. Er hatte öffentlich damit gedroht, Ärger zu verursachen, sollte er nicht ernst genommen werden. Seit mehr als zwei Tagen hält er seine Geisel in einem seiner Anwesen fest. Die Familie des Entführten Ishchi mache sich zunehmend Sorgen um seine Gesundheit, hieß es in der "New York Times". Am Sonntag verlangten hunderte Demonstranten vor dem Haus Dostums die Freilassung des Entführten.

Weil sich Präsident Ghani derzeit auf Reisen in Zentralasien befindet, ist General Dostum der verantwortliche Präsident. Sein Büro hat sich auf Anfrage der Deutschen Welle nicht zu den Berichten geäußert.

mar/qu (dpa, DW Dari)