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Aktuell Asien

Afghanischer Schlüsseldistrikt wieder in der Hand der Armee

Es drohte der Angriff der Radikalislamisten auf die Provinzhauptstadt Kundus. Doch nun stoppten afghanische Truppen den Vormarsch der Taliban - vorerst. Sie eroberten Char Darah aus der Hand der Dschihadisten.

Afghanische Soldaten rücken zur Verstärkung der Truppen Richtung Char Darah vor (Foto: rtr)

Afghanische Soldaten rücken zur Verstärkung der Truppen Richtung Char Darah vor

Nach drei Tagen schwerer Gefechte haben afghanische Truppen wieder weitgehend die Kontrolle über den strategisch bedeutenden Distrikt Char Darah nahe der im Norden gelegenen Stadt Kundus übernommen. Aus den nördlichen Provinzen sei Verstärkung in Kundus eingetroffen, teilte ein Behördensprecher mit. Der Gouverneur der Provinz Kundus, Mohammad Omar Safi, erklärte, mindestens 85 Aufständische, sechs Soldaten und ein Zivilist seien seit Sonntag bei den Kämpfen getötet worden.

Die Taliban hatten den Distrikt am Samstag erobert. Ein Sprecher der Islamisten wies allerdings die Darstellung der Militärs zurück und erklärte, das Zentrum von Char Darah sei nach wie vor in der Hand der Taliban. Regierungstruppen hatten am Sonntag unterstützt von Kampfhubschraubern einen Gegenangriff begonnen.

Polizisten an einem Checkpoint in Char Darah (Foto: rtr)

Polizisten an einem Checkpoint in Char Darah

Weitere Offensive vorbereitet

Das afghanische Verteidigungsministerium bestätigte den Bericht des Provinzgouverneurs. Gleichzeitig wies ein Sprecher darauf hin, es gebe noch vereinzelt Gefechte in Char Darah. Er ergänzte, die Streitkräfte bereiteten sich darauf vor, auch den Distrikt Dascht-e-Archie in Kundus aus der Hand der Taliban zurückzuerobern. Dieser war am Montag von Taliban-Kämpfern besetzt worden.

Die Provinz Kundus mit der gleichnamigen Hauptstadt besteht aus sieben Distrikten. Das Vorrücken der Islamisten schürte die Sorge, die Taliban könnten in Kürze auch mit ihrem Sturm auf die gleichnamige Stadt Kundus beginnen.

Freiwillige unterstützen die Soldaten im Kampf gegen die Taliban in Kundus (Foto: AFP)

Freiwillige unterstützen die Soldaten im Kampf gegen die Taliban in Kundus

Die Bundeswehr war aus Kundus im Oktober 2013 abgezogen. Während ihres zehnjährigen Einsatzes dort waren mehrere deutsche Soldaten in Char Darah getötet worden.

Seit dem Ende des NATO-Kampfeinsatzes am Hindukusch Ende 2014 haben die Angriffe und Anschläge der Islamisten deutlich zugenommen. Die Taliban wollen in Afghanistan einen fundamentalistischen Gottesstaat errichten, in dem das islamische Recht der Scharia gilt. Im April starteten sie ihre Frühjahrsoffensive.

se/mak (dpa, afpe, rtre)

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