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Asien

Afghanische Zivilisten fliehen vor Offensive

15 000 Soldaten bereiten sich auf eine riesige Militäroffensive im Süden Afghanistans vor. Tausende Menschen sind auf der Flucht. Unterdessen beschloss die Bundesregierung, die deutsche Afghanistan-Truppe aufzustocken.

Soldat (Foto: ap)

Die internationalen Soldaten planen den Einmarsch

"Muschtarak" heißt eigentlich "Gemeinsam". Für die Bewohner der südafghanischen Stadt Mardscha ist das Wort aber eine Bedrohung: "Muschtarak" ist der Name einer der größten geplanten Militärschläge innerhalb Afghanistans - und der soll bald in der Talibanhochburg Mardscha stattfinden. 15.000 Soldaten aus den USA, Großbritannien, Kanada, Frankreich und Estland wollen gemeinsam die Taliban bekämpfen und bereiten sich seit Tagen auf die Militäroffensive vor.

Zivilisten auf der Flucht

Um zivile Opfer zu vermeiden, hat die Internationale Schutztruppe (ISAF) Flugblätter über der Stadt abgeworfen und vor dem Angriff gewarnt. Jetzt sind hunderte Familien auf der Flucht. Die Provinzregierung rechnet mit bis zu 15.000 Flüchtlingen, Zelte und Nahrungsmittel stehen bereit. Eine örtliche Flüchtlingshilfsorganisation sprach jetzt bereits von 2000 bis 3000 Flüchtlingen.

Afghane (Foto: ap)

Die Menschen haben Angst

"Bleiben und kämpfen"

Erst am Montag waren in der Provinz erneut zwei britische Soldaten bei einem Bombenanschlag getötet worden. Angriffe wie dieser sind Alltag in der Provinz.

Nach Angaben von Zivilsten horten die Taliban Waffen im großen Stil in Mardscha - sie bereiten sich auf lang anhaltende Kämpfe vor. Ein Talibansprecher erklärte, die Menschen wollten "bleiben und kämpfen", es gebe genug Waffen, um die Stadt lange zu verteidigen. Rund um die Häuser seien außerdem Sprengsätze deponiert worden. Die Stadt hat 80.000 Einwohner und steht voll unter Kontrolle der Taliban. Außerdem ist Mardschah das wichtigste Zentrum für den Handel mit Rohopium, aus dem Heroin gewonnen wird.

Bundeskabinett beschließt Truppenaufstockung

Unterdessen hat das Bundeskabinett in Berlin am Dienstag (09.02.2010) die Aufstockung der deutschen Afghanistan-Truppe beschlossen. Bis zu 5350 Soldaten sollen geschickt werden, bislang war die Obergrenze bei 4500. Der Aufgaben-Schwerpunkt der deutschen Soldaten wird weiterhin die Ausbildung von Sicherheitskräften sein.

Autorin: Anna Kuhn-Osius

Redaktion: Esther Broders