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Aktuell Asien

Afghanische Frauenbeauftragte ermordet

In der ostafghanischen Provinz Laghman ist die Leiterin der örtlichen Frauenbehörde, Nadschia Seddiki, von bewaffneten Angreifern erschossen worden. Auch der Polizeichef von Nimros fiel einem Anschlag zum Opfer.

Die ermordete Nadschia Seddiki (Archivfoto: Medienbüro Provinzregierung Laghman)

Afghanistan Frauenbeauftragte Nadschia Seddiki

Die Direktorin der Frauenbehörde (Artikelbild) war auf dem morgendlichen Weg zu ihrer Arbeitsstätte in der Provinzhauptstadt Mehtar Lam, als sich zwei Unbekannte näherten und das Feuer auf sie eröffneten. Nadschia Seddiki war sofort tot.

Sie hatte ihren Posten erst vor wenigen Monaten von ihrer Vorgängerin Hanifa Safi übernommen, die im Juli durch einen Autobombenanschlag getötet worden war. Wie viele andere politisch aktive Frauen war auch Sedikki ohne Personenschutz unterwegs. Bereits in der Vergangenheit verübten militante Islamisten in dem Land immer wieder Anschläge auf Frauenrechtlerinnen und Frauenbeauftragte. Zuletzt nahm die Gewalt gegen Frauen nach Einschätzung von Menschenrechtsaktivisten und Anwälten nochmals zu.

Die afghanische Menschenrechtlerin Sima Samar rief Deutschland auf, ihr Heimatland auch nach dem offiziellen internationalen Truppenabzug Ende 2014 weiter zu unterstützen. Derzeit kämpfe sie vor allem für die Verankerung von Frauenrechten in der Verfassung, sagte Samar in Berlin. Die Ärztin wurde in diesem Jahr für ihre Arbeit mit dem "Alternativen Nobelpreis" ausgezeichnet.

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Menschenrechtlerin bittet um Hilfe

Aufständische wie die radikal-islamischen Taliban greifen außerdem "regelmäßig" Angehörige des Polizeiapparates an. So auch an diesem Montag. In der südwestafghanischen Provinz Nimros verübten Unbekannte einen tödlichen Anschlag auf Polizeichef Mohammad Musa Rassouli. Er war mit seinem Auto von der Nachbarprovinz Herat aus auf dem Weg zur Arbeit, als eine am Straßenrand deponierte Bombe explodierte. Nach Angaben des Polizeisprechers für Westafghanistan, Abdul Raouf Ahmadi, verstarb Rassouli im Krankenhaus von Herat-Stadt. Seine Leibwächter blieben danach unverletzt.

Der getötete Polizeichef Mohammad Musa Rassouli (Foto: DW)

Der getötete Polizeichef Mohammad Musa Rassouli

Ahmadi machte "Feinde Afghanistans" für das Verbrechen verantwortlich. Damit umschreiben die Behörden Aufständische wie die radikal-islamischen Taliban.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte ein Selbstmordattentäter, der sich als ein Abgesandter der Taliban ausgab, Geheimdienstchef Asadullah Chalid schwer verletzt. Afghanistans Präsident Hamid Karsai teilte an diesem Montag mit, Chalids Zustand verbessere sich. Zur weiteren Behandlung werde er allerdings ins Ausland gebracht. Nach Angaben eines Regierungssprechers kann Chalid nicht sprechen, ist aber bei Bewusstsein.

se/re (dpa, afp, rtr, dapd, epd)

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