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Aktuell Asien

Afghanen misstrauen eigenen Soldaten

In diesem Jahr beklagt die NATO schon 45 Soldaten, die durch afghanische Sicherheitskräfte getötet wurden. Präsident Karsai versprach, das abzustellen. Hunderte Soldaten wurden überprüft, mit spektakulären Ergebnissen.

Der Verdacht heißt: Verbindungen zu Extremisten und Unterstützung der radikalislamischen Taliban. Immer häufiger hatten Aufständische getarnt durch Armeeuniformen NATO-Soldaten getötet. Hunderte afghanische Militärangehörige wurden jetzt einem Testverfahren unterzogen, viele von ihnen daraufhin festgenommen oder aus der Armee entlassen.

"In einigen Fällen hatten wir Beweise, in anderen einen Verdacht", erklärte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums vor der Presse in Kabul. So seien Dokumente der Betroffenen entweder unvollständig oder gefälscht gewesen. Alle Mitarbeiter der Sicherheitskräfte sollten jetzt überprüft werden. Eine genaue Aufklärungsquote nannte er nicht. Das Ministerium wollte sich auch nicht festlegen, ob die beschuldigten Soldaten aus den Taliban-Hochburgen im Süden und Osten stammten.

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen drängte Präsident Hamid Karsai zum Handeln, um die Angriffe afghanischer Sicherheitskräfte auf ihre ausländischen Verbündeten zu stoppen. Rasmussen habe Karsai die Konsequenzen der NATO aufgezeigt und ihn gebeten, diese zu unterstützen, hieß es in Brüssel. Karsai habe telefonisch versichert, alles zu tun, um derartige Angriffe durch Komplizen oder Unterstützer der Aufständischen zu verhindern.

Verunsicherung in Phase des Truppenabzugs

Die ausländischen Soldaten versuchen mit schärferen Sicherheitskontrollen und besserer Spionageabwehr, sogenannte "Insider-Angriffe" zu verhindern. Soldaten wurden angewiesen, stets geladene Waffen bei sich zu tragen.

Die Attacken schüren das Misstrauen zwischen den Truppen und haben die USA veranlasst, die Ausbildung von Dorfpolizisten auszusetzen.

In diesem Jahr sind bislang mindestens 45 Nato-Soldaten durch Afghanen getötet worden, die zu den einheimischen Sicherheitskräften gehörten. Allein im August gab es 15 Todesfälle. Im gesamten vergangenen Jahr waren insgesamt 35 verzeichnet worden.

Die Angriffe sorgen für besondere Unruhe, weil die Übergabe der Sicherheitsverantwortung derzeit an Tempo gewinnt. Bis 2014 soll sie von den Nato-Kampftruppen an die Afghanen komplett übergeben werden.

SC/fab (rtr, afp, dapd)